2 Die Ausgangsstellung: Das Schweriner Schachbrett Schwarz gegen Weiß: Emanzipierter Osten versus patriarchischer Westen? Mit der Revolution vom November 1918 erhielten Frauen in Deutschland erstmals das aktive und passive Wahlrecht – ein progressiver Meilenstein in der politischen Geschichte, der parallel zur Einführung der parlamentarischen Demokratie gesetzt wurde. Unmittelbar nach der Verkündung des Wahltermins für die Nationalversammlung am 19. Januar 1919 begann das ehrgeizige Werben um die Frauenstimmen nun auch seitens der Parteien, die im Vorfeld das Frauenstimmrecht vehement abgelehnt hatten. Neben unzähligen Broschüren, Plakaten und Flugblättern kamen die„10 Gebote des Frauenwahlrechts“ zum Einsatz, welche an die große Verantwortung der Frauen sowie ihre akkurat zu erfüllende Pflicht als Bürgerinnen appellierten. Die erstaunlich hohe Wahlbeteiligung der Frauen, die mit 19 Millionen abgegebenen Stimmen 82,3 Prozent aufwies, offenbarte den Erfolg dieser Kampagne. Dabei zeigte sich, dass der weibliche Bevölkerungsanteil vornehmlich konservativ und konfessionell orientiert wählte. Von insgesamt 423 Sitzen im Weimarer Reichstag fielen 41 auf weibliche Abgeordnete, was einer Quote von 9,6 Prozent entspricht 25 – ein Wert, der erst 1983 bei den westdeutschen Wahlen zum Bundestag erneut erreicht wurde. Die Machtergreifung der Nationalsozialisten im Jahr 1933 entkräftete nahezu alle emanzipatorischen frauenpolitischen Strömungen, auch wenn die als Männerbund agierende NSDAP 1931 die NS-Frauenschaft(NSF) als Parteiorganisation für weibliche Mitglieder(rund 2,3 Millionen) gründete. 26 Hausfrauen- und Mütterideologie standen im Mittelpunkt der NSF-Arbeit, die jegliche feministische Gleichstellungsforderungen als Gefahr für die gesellschaftliche Ordnung und den Volkskörper brandmarkte. 20 | Politisches Damengambit. Eine Krise der Repräsentation in MV?
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Politisches Damengambit : eine Krise der Repräsentation in Mecklenburg-Vorpommern?
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