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Gleichstellung als Standortfaktor für Deutschland
Entstehung
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sellschaftlich zu tragen? Wie lassen sich Zuständigkeiten und Kosten fair verteilen? verankert, regelmäßig überprüft und mit ausreichenden Res­sourcen ausgestattet werden. Notwendig sind drei Schritte: Erstens eine Neubewertung von Care-Arbeit im gesellschaftlichen und politischen Kontext. Zweitens der Abbau steuerlicher Fehlanreize, die die unglei­che Verteilung zementieren. Drittens ein offener Diskurs über messbare Standards, Zuständigkeiten und Zumutbarkeiten als Grundlage für gerechte und tragfähige Lösungen. 3.3 Frauen mit Zuwanderungsgeschichte Frauen mit Zuwanderungsgeschichte sind in Deutschland in mehrfacher Hinsicht benachteiligt. Sie verdienen im Schnitt 18 % weniger als Männer, und selbst bei gleicher Qualifika­tion und Tätigkeit besteht eine Lohnlücke von 6 %. Hinzu kommen zusätzliche Benachteiligungen, da sie sowohl als Frauen als auch alsausländisch wahrgenommen werden. Häufig arbeiten sie in niedrig entlohnten und wenig an­erkannten Berufsfeldern wie Pflege, Betreuung, Reinigung oder sind kleingewerblich selbstständig. In Leitungsfunk­tionen von Wirtschaft, Wissenschaft und Kultur bleiben sie fast unsichtbar. Diese Ungleichheit beginnt oft schon beim Bewerbungsgespräch, wo Diskriminierung aufgrund des Namens(Name-based Discrimination) die Chancen auf Ein­stellung mindert, und setzt sich in der gesamten Erwerbsbio­grafie fort mit Konsequenzen wie geringen Rentenansprü­chen und erhöhtem Risiko für Altersarmut. Die doppelte Exklusion zeigt sich sowohl ökonomisch durch ungleiche Löhne und schlechtere Absicherung als auch sym­bolisch durch mangelnde Repräsentanz in gesellschaftlich relevanten Entscheidungspositionen. Um dem entgegen­zuwirken, müssen Politik und Wirtschaft Barrieren abbauen und diskriminierende Strukturen konsequent bekämpfen. Notwendig sind der Ausbau der Antidiskriminierungsstelle des Bundes, verbindliche Diversity-Strategien in öffentlichen Einrichtungen und flächendeckende anonyme Bewerbungs­verfahren. Eine präzisere Datenerhebung, die geschlechts­spezifische und migrationsbezogene Karriereschranken erfasst, ist wichtig, um Missstände sichtbar zu machen. Er­gänzend sollten gezielte Förderprogramme wie Stipendien, Leadership-Trainings und Coaching-Angebote den Zugang zu Führungspositionen erleichtern. Arbeitgeber_innen sind gefordert, verbindliche Unconsci­ous-Bias-Trainings einzuführen, um Vorurteile gegenüber Namen oder Akzenten abzubauen. Karrierewege müssen transparent sein, und Mentoring-Programme sollten Frauen mit Migrationsgeschichte gezielt auf Führungsaufgaben vor­bereiten. Erfolgreiche Role Models mit ausländisch klingen­den Namen müssen sichtbarer werden und als Mentorinnen wirken. Damit Diversity-Strategien wirksam sind, müssen sie verbindlich in Zielvereinbarungen und Personalstrategien Zentral ist ein Wandel der gesellschaftlichen Narrative: Weg von Defizitzuschreibungen hin zur Selbstverständlichkeit, dass auch Deutsche vielfältige Namen haben. Medien, Wis­senschaft und Kultur sollten Frauen mit nicht-deutschen Na­men als Expertinnen in allen Themenfeldern präsentieren, nicht nur im Kontext Migration. Frühzeitige Aufklärung in Schulen und Hochschulen zu Alltagsrassismus und unbe­wusster Diskriminierung kann helfen, Benachteiligungen bereits im Ansatz zu verhindern. Zahlen zeigen die Dimen­sion des Problems: 70,4 % der Menschen mit Migrations­hintergrund sind erwerbstätig(ohne Migrationshintergrund: 84,3 %), in Reinigungsberufen haben etwa sechs von zehn Beschäftigten eine Einwanderungsgeschichte, und zusätz­lich zum Gender Pay Gap existiert einMigrant Pay Gap, der Frauen mit Migrationserfahrung besonders betrifft. 3.4 Frauen im Ehrenamt: Engagement fördern und Ungleichheit beenden In Deutschland engagieren sich rund 31 Millionen Men­schen ehrenamtlich, wobei Frauen etwa 41% der Engagier­ten ausmachen. Trotz dieser hohen Beteiligung sind Frauen in Führungsfunktionen und Vorständen von Vereinen und Verbänden weiterhin deutlich unterrepräsentiert. Diese Un­gleichheit ist primär strukturell bedingt, da Frauen im Ver­gleich zu Männern signifikant mehr Zeit für unbezahlte Sor­ge- und Hausarbeit(Gender Care Gap) aufwenden. Diese ungleiche Verteilung der unbezahlten Arbeit reduziert ihre Möglichkeiten, zeitintensive Leitungsaufgaben im Ehren­amt zu übernehmen. Oftmals engagieren sich Frauen über­wiegend in sozial-karitativen Bereichen, wo sie häufig eher ausführende oder unterstützende Rollen ohne eigene Ent­scheidungsbefugnisse innehaben, während Männer häufi­ger leitende Positionen besetzen. Um die Gleichstellung im Ehrenamt zu fördern, müssen die strukturellen Rahmenbedingungen dringend verbessert wer­den. Zentrale Forderungen umfassen die rentenrechtliche Anerkennung ehrenamtlicher Tätigkeit, um Altersarmut bei Frauen vorzubeugen, sowie die Einführung eines bundesweit einheitlichen Nachweises erworbener Kompetenzen zur bes­seren Anerkennung auf dem Arbeitsmarkt. Organisationen und die Politik sind aufgerufen, flexible, familienfreundliche Rahmenbedingungen zu schaffen, beispielsweise durch hy­bride Treffen oder angepasste Sitzungszeiten. Zudem wird eine gezielte Förderung von Frauen für Führungspositionen sowie die Prüfung verpflichtender Quoten gefordert, um die angemessene Repräsentanz von Frauen in Entscheidungs­gremien zu gewährleisten. Auch die Digitalisierung muss vorangetrieben und geschlechtersensibel gestaltet werden, um Teilhabebarrieren, insbesondere für Frauen im ländlichen Managerkreis Impulse Dezember 2025 S 4