Raum oder mit familiären Verpflichtungen, abzubauen. Letztlich geht es darum, die Sichtbarkeit und Wertschätzung des Engagements von Frauen zu erhöhen und ihnen in allen Bereichen des Ehrenamts die gleichen Chancen zur Teilhabe und Gestaltung zu ermöglichen. 4. Handlungsempfehlungen Arbeitsmarkt und Steuerpolitik • Ehegattensplitting schrittweise durch ein individuelles Steuermodell ersetzen, das die Erwerbstätigkeit beider Partner fördert. • Sozialversicherungspflichtige Beschäftigung ausweiten und Minijob-Fallen abbauen. • Partnerschaftliche Arbeitszeitmodelle und vollzeitnahe Erwerbstätigkeit gezielt fördern. Care-Infrastruktur und Care-Arbeit • Ganztagsbetreuung für Kinder flächendeckend ausbauen und Pflegeeinrichtungen finanziell sowie personell stärken. • Steuerliche Fehlanreize für ungleiche Aufgabenverteilung beseitigen. • Care-Arbeit messbar und sichtbar machen – durch Zeitbudget-Analysen, Anerkennungssysteme und faire Entlohnung in Care-Berufen. Führung und Beteiligung • Paritätsgesetze auf allen politischen Ebenen verankern. • Zielgrößen für Frauen in Führungsfunktionen von Unternehmen, Wissenschaft und Verwaltung verpflichtend festlegen. • Mentoring-Programme, Netzwerke und Leadership-Trainings systematisch ausbauen. • Männer gezielt als Verbündete und Veränderungstreiber einbinden. Alterssicherung und soziale Gerechtigkeit • Gender Pension Gap durch stärkere eigenständige Alterssicherung von Frauen verringern. • Witwenrentenrecht reformieren, um Erwerbstätigkeit nicht länger zu benachteiligen. • Selbstständige und Alleinerziehende gezielt absichern und fördern. Vielfalt und Chancengleichheit • Gründerinnen mit Zuwanderungsgeschichte durch bessere Zugänge zu Finanzierung, Netzwerken und Mentoring stärken. • Anonyme Bewerbungsverfahren und verpflichtende Diversity-Strategien in öffentlichen Einrichtungen und Unternehmen implementieren. • Daten zur geschlechter- und migrationsspezifischen Ungleichheit systematisch erfassen. Umwelt und Nachhaltigkeit • Geschlechtsspezifische Auswirkungen von Umwelt- und Klimabelastungen in allen Klima- und Nachhaltigkeitsstrategien berücksichtigen. • Frauen als Treiberinnen der Transformation gezielt fördern. Ehrenamt und Zivilgesellschaft • Ehrenamtliche Strukturen durch Bürokratieabbau, finanzielle Unterstützung und öffentliche Anerkennung stärken – insbesondere im Care-, Bildungs- und Integrationsbereich. Querschnittsstrategien • Gender Mainstreaming und Gender Budgeting in allen politischen und administrativen Entscheidungsprozessen verpflichtend verankern und evaluiert anwenden. Fazit Gleichstellung ist ein zentraler Standortfaktor für Deutschland. Sie stärkt Wettbewerbsfähigkeit, soziale Gerechtigkeit und Innovationsfähigkeit. Nur wenn Frauen in allen gesellschaftlichen Bereichen gleichberechtigt wirken – in Arbeit, Politik, Pflege und Engagement – kann Deutschland sein demokratisches und wirtschaftliches Potenzial vollständig entfalten. Geschlechtergerechtigkeit ist damit kein moralisches Zusatzthema, sondern integraler Bestandteil zukunftsfähiger Wirtschafts-, Sozial- und Umweltpolitik. Darüber hinaus zeigt die Analyse, dass Gleichstellung ein Querschnittsthema ist, das alle Politikfelder betrifft – von Steuer- und Arbeitsmarktpolitik über Bildung und Pflege bis hin zu Digitalisierung und Nachhaltigkeit. Sie erfordert daher den konsequenten Einsatz von Gender Mainstreaming und Gender Budgeting in allen staatlichen und wirtschaftlichen Entscheidungsprozessen. Nur so können strukturelle Ungleichheiten systematisch abgebaut werden. Zugleich wird deutlich, dass politische Handlungsfähigkeit messbare Ziele und verbindliche Verpflichtungen braucht. Paritätische Repräsentanz in Parlamenten und Unternehmensvorständen, eigenständige Alterssicherung und eine gerechte Verteilung von Care-Arbeit sind nicht nur Gerechtigkeitsfragen, sondern auch Voraussetzung für langfristige ökonomische Stabilität und gesellschaftliche Resilienz. Die vorgeschlagenen Maßnahmen – von der Reform des Ehegattensplittings über den Ausbau der Care-Infrastruktur bis zu gezielter Förderung von Gründerinnen und Frauen mit Zuwanderungsgeschichte – zeigen praxisnahe, umsetzbare Wege auf. Diese müssen nun politisch priorisiert und evaluiert werden, um Fortschritte sichtbar zu machen. Managerkreis Impulse – Dezember 2025 S 5
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