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Öffentlich-rechtlicher Rundfunk im Wandel : Herausforderungen und Perspektiven : ein Blick nach Österreich
Entstehung
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IMPULS Öffentlich-rechtlicher Rundfunk im Wandel: Herausforderungen und Perspektiven Ein Blick nach Österreich Maren Beaufort Einleitung: Die Rolle des öffentlich-recht­lichen Rundfunks im Mediensystem Im Jahr 1957 gegründet, wurde die staatliche Österreichi ­sche Rundfunk Gesellschaft mbH(ORF) 1958 zum alleini ­gen Anbieter von Radioprogrammen und des seit 1955 be ­stehenden Fernsehversuchsprogramms in Österreich. Die nach dem Proporzsystem erfolgte Besetzung leitender Po ­sitionen durch ÖVP(Österreichische Volkspartei) und SPÖ (Sozialistische, seit 1991: Sozialdemokratische Partei Öster ­reichs) führte jedoch zu Qualitätsmängeln und wachsender Unzufriedenheit des Publikums, die 1966 in einem der er ­folgreichsten Volksbegehren der Zweiten Republik gipfelte. Das neue Rundfunkgesetz etablierte einen mit weit ­reichenden Befugnissen ausgestatteten Generalintendan ­ten, stärkte die Bundesländer im 22-köpfigen Aufsichtsrat, führte eineHörer- und Sehervertretung ein, legte die Grundlagen für drei bundesweite Radios und zwei Fernseh ­programme und erweiterte das Informationsangebot deut ­lich. Das internationale, für den ORF charakteristische Kor ­respondent:innennetz wurde ausgebaut, und die nach dem Vorbild der BBC konzipierte 1955 gestartete Hauptnachrich ­tensendungZeit im Bild(ZIB) wurde 1970 auf beide Fern ­sehkanäle durchgeschaltet. Sie entwickelte sich rasch zum zentralen Informationsforum der österreichischen Öffent ­lichkeit(Plasser/Ulram 2004: 59). Heute umfasst dasZIB­Angebot neben der Hauptausgabe um 19:30 Uhr zwölf wei ­tere tagesaktuelle Sendungen sowie Formate wieZIB His ­tory undZIB Wissen und bei Breaking News dasZIB Spezial. Jüngstes Produkt ist dasZIB Magazin edia, das 2026 zeitgleich mit der 100. Folge des Ö1-Medienmagazins Doublecheck startete. 1973 trat zunächst ohne rechtliche Grundlage das erste europäische Redakteursstatut in Kraft(Steinmaurer 2002: 33), das bis heute, insbesondere nach einer Überarbeitung 2022, als Bollwerk gegen externe Einflussnahme(ORF 2022) gilt. 1974 schrieb ein Bundesver ­fassungsgesetz dieUnabhängigkeit des Rundfunks fest; der ORF wurde zur Anstalt öffentlichen Rechts mitöffentli ­cher Aufgabe, dessen Programmge­stalter:innenunabhän ­gig undeigenverantwortlich ar­beiten. Der Erfolg zeigt sich auch empirisch: Während nur 40,3 Prozent der Bevölke ­rung Mediennachrichten generell vertrauen, liegt der ORF mit 63,2 Prozent an der Spitze der vertrauenswürdigsten Nachrichtenmarken(Gadringer et al. 2025). Öffentlich-rechtlicher Rundfunk in Europa Österreich 1