4 Dies ist deswegen zu unterstreichen, weil auf absehbare Zeit nicht mit einer politischen FlurbeFES-Analyse: Estland, Lettland, Litauen reinigung und einer Stabilisierung der Parteienlandschaften zu rechnen ist. Baltisches Wirtschaftswunder In allen drei baltischen Staaten wächst die Wirtschaft dynamisch. Die ungünstigeren außenwirtschaftlichen Rahmenbedingungen ließen 2002 die hohen Wachstumsraten vom Vorjahr zwar nicht weiter steigen, weiterhin wurde aber allerorts ein kräftiger Anstieg des Bruttoinlandsprodukts verbucht. Hierfür zeichnen nicht zuletzt eine anziehende Binnennachfrage(Estland, Lettland) und Teilerfolge auf russischen bzw. GUSMärkten(Lettland, Litauen) verantwortlich. Im Jahr 2002 ergaben sich daher Wachstumsraten von 4-5%, womit die baltischen Staaten selbst im Weltmaßstab vorne rangieren. Neben den Wachstumszahlen beeindrucken die Erfolge bei der Inflationsbekämpfung. Trotz Aufschwung und Kapitalzufluss lag die Inflationsrate in Estland 2002 nicht über 4%. In Lettland kann auch in den kommenden Jahren (wie in den Vorjahren) mit einer Preissteigerung zwischen 2 und 3% gerechnet werden. Nachdem in Litauen einige Beobachter sogar Deflationstendenzen befürchteten und sich eine Inflation von etwa 0,5% ergab, wird auch für 2003 mit einem äußerst schwachen Preisauftrieb in Höhe von lediglich 1% gerechnet. Auf der Haben-Seite können die baltischen Volkswirtschaften auch einen starken Zufluss ausländischer Direktinvestitionen verbuchen. Führend ist Estland, das sich rasch das Image eines reformpolitischen Musterlandes zulegte und pro Kopf die höchste Summe an Direktinvestitionen in Ostmitteleuropa verzeichnet. Mittlerweile haben aber auch Lettland und Litauen an Attraktivität zugenommen. Die Kapitalanleger kommen vor allem aus Skandinavien (71% in Estland, 35% in Lettland, 45% in Litauen). Firmen aus dem Norden engagieren sich vorwiegend in der Informations- und Telekommunikationsbranche, im Finanzsektor sowie im Einzelhandel. Das Auslandskapital ist ein eminent wichtiger Posten zur Finanzierung der Leistungsbilanzlücken. Von den ausländischen Investoren gehen aber auch die zur Modernisierung der baltischen Volkswirtschaften unabdingbaren Innovationsimpulse aus. Aber es gibt auch Schattenseiten. Vor allem die passive Leistungsbilanz ist bedenklich. Lettland (bereits zum zweiten Mal) und auch Estland liefen 2002 sogar Gefahr, die Negativmarke von 10% des BIP zu übertreffen. Unterschiedlich gestaltet sich die Situation der Staatsfinanzen. Während in Estland das gesetzlich statuierte Gebot eines ausgeglichenen Haushalts bislang recht konsequent eingehalten wurde, haben Litauen (nach Jahren der Budgetkonsolidierung) und Lettland mit einem negativen Haushaltssaldo zu kämpfen. Der litauischen Haushaltsplan für 2002 sah eine Ausweitung des Defizits auf 3,8% in Relation zum BIP vor. In Lettland wurden im Wahljahr 2002 die budgetären Zügel ebenfalls gelockert, allerdings dürfte die Neuverschuldung immer noch unter dem wichtigen MaastrichtWert von 3,0% des BIP bleiben. Insgesamt kann man daher von gesunden öffentlichen Haushalten in den baltischen Staaten sprechen. Da durch die Mitgliedschaft in NATO und EU kostenträchtige Umgestaltungs- und Kofinanzierungskosten auf die drei Länder zukommen, wird es wichtig sein, in den nächsten Jahren eine disziplinierte Fiskal- und Haushaltspolitik umzusetzen. Gelingt dies, dürfte es den baltischen Staaten
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