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Frauenpolitik : Dokumentation der Arbeit des Referats/Gesprächskreis Frauenpolitik der Friedrich-Ebert-Stiftung 1985 - 2002 ; Bestandsaufnahme und zukünftige Perspektiven
Entstehung
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- 131 ­(Anfang dieses Jahrhunderts) verwehrt, die anderseits für die Teilhabe an der(öffentli­chen) Kultur immer wichtiger wurden. Das bedeutete nicht nur, dass sich Frauen in anerkannten künstlerischen Bereichen lan­ge Zeit nicht ausbilden lassen konnten und ihre Talente, wenn überhaupt, nur gegen Widerstände entwickelt und kaum gefördert wurden, sondern auch dass Männer wie selbstverständlich den Kulturbetrieb für sich in Anspruch nahmen, festlegten und defi­nierten wasKunst ist und was nicht. Mit den Worten von Simone de Beauvoir:Die Darstellung der Welt... ist das Werk von Männern. Sie betrachten sie aus ihrer eigenen Sicht, die sie mit der absoluten Wahrheit verwechseln. 2) Dass patriarchale Leitbilder in der Kunst, Ausgrenzungen von Frauen aus dem(öffentli­chen) Kulturleben bis in die Gegenwart hineinwirken und die eigenständige kulturelle Identität und Teilhabe von Frauen im Kulturbetrieb behindern, machten zahlreiche Bei­träge von Künstlerinnen und Wissenschaftlerinnen aus westlichen und östlichen Indust­rienationen deutlich. Für die Autorin und Künstlerin Gisela Breitling war die Ausgrenzung von Frauen aus dem öffentlichen Kulturleben sogar ein wesentliches Element der patriarchalisch gepräg­ten(westlichen) Kultur. Sie erläuterte ihre diesbezügliche These auf der Fachtagung wie folgt: Eine außerirdische Intelligenz..müsste zu dem Schluss kommen, dass der Anteil des weiblichen Geschlechts an der Weltbevölkerung höchstens vier Prozent beträgt;... sie würde nichts erfahren über den Anteil der Frauen an der Kultur und nichts über die all­tägliche Gewalt an Frauen. Denn die Kultur, in der wir leben, die uns prägt und zensiert, ist patriarchalisch. Seit Jahrtausenden rettet sie eine frauenfeindliche Identität des Man­nes und rechtfertigt die Ausbeutung und Entmündigung von Frauen. Die Kultur ist da­her auch kein kritischer Spiegel und gibt dem Menschen nicht sein eigenes Bild. Sie un­terschlägt die Leistungen der Frauen und verhindert, dass Frauen sich projizieren und wiedererkennen, denn sie beruht auf der Abwertung des Weiblichen. Sie postuliert männliche Universalität, die sie in allen ihren Aspekten und Institutionen sowohl herstellt als auch unter dem vorgeblich geschlechtsneutralen, aber doch männlich gedachten Abstraktum Mensch verschleiert. 3) Und an anderer Stelle in ihrem Beitrag: Der Ausschluss der Frauen von den identitätsstiftenden Kompetenzen in Kultur und Gesellschaft nimmt Frauen ihre Menschenwürde.... Seine eigentliche Identität bezieht der Mann aus der Prämisse der Negation: aus der Abwertung von Frauen, aus weibli-