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Frauenpolitik : Dokumentation der Arbeit des Referats/Gesprächskreis Frauenpolitik der Friedrich-Ebert-Stiftung 1985 - 2002 ; Bestandsaufnahme und zukünftige Perspektiven
Entstehung
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- 338 ­4. Paradigmenwechsel in der Frauenpolitik seit Mitte der 90er Jahre 4.1 Von derklassischen Frauenpolitik zur Frauen- und Gleichstellungs­politik als Querschnittsaufgabe anhand ausgewählter Beispiele Es wurde bereits weiter ob. ausgeführt, dass Mitte der 90er Jahre ein Paradigmenwech­sel in der Frauenpolitik stattfand. Mit diesem Politikansatz wurde Frauenpolitik nunmehr bewusst als Querschnittsaufgabe definiert. Dem lag der Gedanke zugrunde, dass Chan­cengleichheit von Frau und Mann nicht nur von einem Politikbereich allein verfolgt wer­den dürfe, sondern in allen Politikbereichen über die verschiedenen Ressorts hinweg angestrebt werden müsse. Hierzu sei ein abgestimmtes Vorgehen, nämlich die Quer­schnittsarbeit notwendig. Der Paradigmenwechsel wurde zu einem Zeitpunkt prokla­miert, als die Frauenpolitik trotz ihres nach wie vor gesellschaftsverändernden Anspruchs aus der Sicht ihrer KritikerInnen längst ihre gesellschaftsverändernde Kraft eingebüßt hatte und in der Sackgasse derSonder-Politik gelandet war. Ab Mitte der 90er Jahre wurden auch im Rahmen des Gesprächskreises Frauenpolitik der Friedrich-Ebert-Stiftung- oft in Kooperation mit der innerhalb der SPD-Bundestags­fraktion neu eingerichteten Querschnittsgruppe Gleichstellung von Frau und Mann ­gezielt Bestrebungen unternommen, dem Konzept der Querschnittsarbeit verstärkt Rechnung zu tragen. Dies Vorgehen sei im folgenden anhand einiger konkreter Beispiele kurz erläutert. Als Ergebnis diesbezüglicher Bemühungen kann vorab festgestellt werden: Die Resultate waren insgesamt gering. Es konnten zwar(frauenpolitische) Defizite aufgezeigt werden, Korrekturen angemahnt und vereinzelt auch Anregungen zur Weiterentwicklung männ­lich geprägter Politikkonzepte vermittelt werden. Es gelangt jedoch nicht in nennenswertem Umfang frauenpolitische Sichtweisen und Konzepte sozusagenvon Anfang an in die programmatische Entwicklung verschiede­ner Politikressorts als festen Bestandteil zu verankern und einfließen zu lassen. Dies lag nicht zuletzt daran, dass die Querschnittsarbeit, meist in der Zuständigkeit einer Stelle oder Gruppe,(z.B. der oben erwähnten Querschnittsgruppe Gleichstellung von Frau und Mann der SPD-Bundestagsfraktion) sich wegen beschränkter finanzieller und personeller Kapazitäten damit begnügen musste, quasi beispielhaft einige wenige The­men und Politikausschnitte zu bearbeiten. Da sie bezüglich anderer meist männlich do­minierter Politikbereiche in der Regel über keinerlei Zuständigkeit und Weisungsrechte verfügte, sondern lediglich eine anregende Funktion ausübte, war sie mehr oder weni-