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Frauenpolitik : Dokumentation der Arbeit des Referats/Gesprächskreis Frauenpolitik der Friedrich-Ebert-Stiftung 1985 - 2002 ; Bestandsaufnahme und zukünftige Perspektiven
Entstehung
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- 384 ­ Politische Partizipation von Frauen- Verwirklichung von Geschlechterdemo­kratie In der Diskussion um gleiche Partizipationschancen von Männern und Frauen hat in der jüngeren Vergangenheit der Begriff derGeschlechterdemokratie wachsende Bedeutung erlangt. Alsnormativer Begriff, derdie Herstellung demokratischer Verhältnisse zwischen Männern und Frauen zum politischen Ziel deklariert, erweitert er nach Schambachden klassisch liberal verstandenen Demokratiebegriff um Ele­mente partizipatorisch orientierter Theorie-Ansätze 3). Danach bedeute Geschlechterdemokratie nicht nur, die Partizipationschancen von Frauen in Politik und Öffentlichkeit zu sichern und zu erhalten. Ebenso müsse es um eine Ressourcenverteilung nach den Prinzipien von Chancengleichheit und sozialer Gerechtigkeit gehen, um eine gerechte Neuverteilung und Neubewertung der gesell­schaftlichen Arbeit zwischen Frauen und Männern sowie um die Verhinderung ge­waltförmiger Strukturen zwischen Frauen und Männern im Bereich der Familie und im öffentlichen Raum. 4) Zur Verwirklichung von Geschlechterdemokratie, sei es notwendig eine Balance zwi­schen Eigenständigkeit und Integration frauenpolitischer Strategien herzustellen. Ei­nerseits gelte es die Eigenständigkeit dieses Politikbereichs zu bewahren, damit dieser nicht als unwichtig an den Rand gedrängt wird oder sich auflöst in einemGesamt oderGanzen, anderseits gelte es die Isolierung oder Abkoppelung vom Mainstream, d.h. wichtigen gesellschaftspolitischen Debatten entgegenzuwirken. 5) Zur Umsetzung des LeitbildesGeschlechterdemokratie wird auf das oben bespro­chene Prinzip des Gender-Mainstreaming verwiesen. An Strukturen und Instrumenten werden dabei u.a. genannt: Gender-Beauftragte, Genderbudgets und Gender Audits. Einen anderen Lösungsweg schlägt die Politikwissenschaftlerin Barbara Holland-Cunz ein. Ausgehend von derForderung nach einer radikalen Demokratisierung patriar­chaler politischer Entscheidungsstrukturen und überzeugt von der Notwendigkeit derAktualisierung und Weiterentwicklung feministischer politischer Theorie, insbe­sondere einerfeministischen Theorie der Demokratie systematisiert sie das interna­tionale Spektrum der feministischen Gegenvorschläge von den basisdemokratischen Konzepten der 70er Jahre bis zu den aktuellen radikaldemokratischen Konzepten der 90er Jahre. 6) Dabei kommt sie zu der kritischen Feststellung:Die schmerzliche Kluft zwischen dem ursprünglich visionären Projekt einer direktdemokratischen, scharf an­tipatriarchalen Politik und dem heutigen professionellen Einrichten in repräsentativen Demokratien könnte kaum größer sein. In Theorie und Praxis herrscht derzeit weitrei­chende Unklarheit darüber, welches Modell der Demokratie feministische Theorie und Praxis konstruieren, konkretisieren oder favorisieren sollten. 7)