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Jemen : vom Schurkenstaat zum Verbündeten im Kampf gegen den Terror
Entstehung
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8 Eine Gruppe, die sichSympathisanten von Al Qaida nennt, hat sich für verschiedene Bomben­attentate in Sanaa in jüngster Zeit verantwortlich erklärt und die Freilassung von Inhaftierten ge­fordert, die wegen angeblicher Kontakte zu Al Qaida festgenommen wurden. Trotz der Tötung von Zivilisten und Soldaten während der Militär­operationen scheinen die Sicherheitskräfte ent­schlossen zu sein, auch gegen den Unmut der Be­völkerung weiterhin verdächtige Personen zu ver­folgen. Zur Reintegration der Al Qaida-Sympatisanten hat die Regierung ein Umerziehungsprogramm für die Gefangenen unter Leitung von Sheikh Al Hitar aufgelegt. In Einzel- und Gruppengesprächen wer­den die Männer im islamischen Kontext gesell­schaftspolitisch geschult. Bereits 34 von ihnen wurden freigelassen, nach dem sie dem Terroris­mus abgeschworen und sich vom bewaffneten Widerstand losgesagt hatten. Die jemenitische Regierung ist der von den Ame­rikanern angeführten Internationalen Allianz ge­gen den Terror vorbehaltlos beigetreten. Im Ver­ständnis der Bevölkerung ist die Bezeichnung Operation Enduring Freedom dagegen mehr als missverständlich. Mehrere Tausend jemenitische Afghanistan-Veteranen, sogenannte Mudschahed­din, kämpften auf Drängen der USA in den acht­ziger Jahren in Afghanistanfür die freie Welt gegen die Sowjetunion. Dort kamen sie mit den Anfängen der Al Qaida-Bewegung in Kontakt. Jetzt legten die Amerikaner der jemenitischen Re­gierung u.a. eine umfangreiche Liste mit Ver­dächtigen vor. Die neue Antiterroreinheit nahm daraufhin in der Region Jauf und anderen Stam­mesgebieten Tausende Verdächtige fest. Zur Zeit sind zudem 110 Jemeniten in Guantánamo Bay Naval Station in Haft, darunter Ramzi bin al­Shiba, der beschuldigt wird, einer der Drahtzieher der Attentate vom 11. September 2001 gewesen zu sein. FES-Analyse: Jemen In den Augen der meisten Jemeniten geht die Zu­sammenarbeit der jemenitischen Sicherheits­dienste mit den Amerikanern zu weit. Diese Wahrnehmung führt zu steigendem Antiame­rikanismus in der Bevölkerung. Vor allem der Angriff der ferngesteuerten US-Drone auf sechs mutmaßliche Terroristen im November 2002 wird als grobe Verletzung der jemenitischen Souverä­nität empfunden. Der peinliche Zwischenfall im Dezember letzten Jahres um die geheime Liefe­rung 25 nordkoreanischer Mittelstreckenraketen eine von amerikanischen Sicherheitsbehörden als für Al Qaida bestimmte Waffenlieferung entpupp­te sich alsgewöhnlicher und legitimer Erwerb durch den jemenitischen Staat wurde daher von vielen Jemeniten mit Genugtuung verfolgt. Bei den internationalen Gebern haben die jüngsten Lieferungen von SCUD-Raketen und MIG 29 allerdings Fragen aufgeworfen. Saudi Arabien Der Jemen hat sich wiederholt erfolgreich um die Beilegung von Grenzkonflikten mit Nachbarn bemüht und den Schiedsspruch internationaler Gremien akzeptiert. Obwohl auch die Grenzstrei­tigkeiten mit Saudi Arabien im Jahr 2000 beige­legt wurden und die Grenze zwischen beiden Ländern zur Zeit vermessen wird, bleibt der Druck des nördlichen Nachbarn. Traditionell ge­währt Saudi Arabien einigen Stämmen im Nord­osten des Landes in ihren Auseinandersetzungen mit der Regierung finanzielle und militärische Unterstützung und intrigiert auch gegen die Nord­Süd-Integration durch Förderung separatistischer Strömungen im Süden des Jemen. Um das eige­ne konservative wahaabitische Staatsgebilde zu schützen, ist Saudi Arabien an einer Desta­bilisierung des sich demokratisierenden Jemen interessiert. Auch wirtschaftliches Wachstum im Jemen durch die erfolgreichere Ausbeutung der jemenitischen Gas- und Ölvorkommen liegt daher nicht im saudischen Interesse. Allerdings