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Das Völkermordtribunal in Kambodscha - ein langer Weg zu Gerechtigkeit und Frieden
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Das Völkermordtribunal in Kambodscha Ein langer Weg zu Gerechtigkeit und Frieden Thomas Hummitzsch, April 2006 Als der 17-jährige Student Keap Vibot an den Gräbern in Choeung Ek, besser be­kannt als die kambodschanischen âáääáåÖ= ÑáÉäÇë= steht, sagt er:Ich bin wütend, wenn ich das sehe. Wo bleibt die Gerech­tigkeit? Viele Kambodschaner stellen sich diese Frage, denn sie sind der An­sicht, dass diejenigen bestraft werden sollten, welche die knapp zwei Millionen Opfer zu verantworten haben. Zwei Milli­onen Kambodschaner sind den Folgen von Hunger, Krankheit und Zwangsarbeit zum Opfer gefallen oder wurden von Pol Pots Khmer Rouge(KR) systematisch um­gebracht. Mehr als 25 Jahre nach der Ver­treibung der KR durch vietnamesische Truppen und mehr als 7 Jahre nach dem Tod des_êçíÜÉê= kìãÄÉê= låÉ= Pol Pot ist noch immer keiner der verantwortlichen Führungspersonen zur Rechenschaft ge­zogen worden. = Tribunalhistorie Nach der Vertreibung der KR durch die vietnamesischen Truppen 1979 blieb das Land international isoliert und von inter­nationaler Hilfe weitgehend abgeriegelt. Vor allem die Mitglieder des UN­Sicherheitsrats setzten auf dem Rücken der kambodschanischen Gesellschaft den Kalten Krieg fort. Nachdem der antiviet­namesische Chauvinismus 1 der Amerika­1 Um nach dem verlorenen Vietnamkrieg eine späte Genugtuung zu erfahren, verweigerten die USA der alsMarionetteregierung Vietnams verhöhn­tenVolksrepublik Kampuchea die internationale Anerkennung. Die Volksrepublik China rächte sich ner und Chinesen in den 80er Jahren die Strafverfolgung der KR verhindert hatte und die 90er Jahre zum Großteil von den Versuchen der politischen Wiedereinglie­derung der KR geprägt waren, welche die Strafverfolgung im Namen der nationalen Versöhnung in den Hintergrund drängte, wurde erst Mitte der 90er Jahre die Täter­verfolgung national und international er­wogen. Erst 18 Jahre nach dem Ende des Pol Pot Regimes wurden auf der interna­tionalen Bühne ernsthafte Bemühungen für eine rechtliche Aufarbeitung des kam­bodschanischen Völkermords gemacht. Den historischen und politischen Hinter­grund bildeten sowohl die genozidalen Ereignisse in Ruanda und im ehemaligen Jugoslawien sowie neu gegründeten Ge­richtshöfe zur Strafverfolgung der ver­antwortlichen Täter als auch die Verhaf­tungen einiger Hauptverantwortliche des kambodschanischen Völkermords. Im in­ternationalen Rahmen verbreitete sich die Hoffnung, dass ein Kriegsverbrechertribu­nal einen Schlussstrich unter die tragische Vergangenheit Kambodschas und die westlichen Verstrickungen darin ziehen könnte. mittels ihrer Unterstützung der KR an Vietnam und der Sowjetunion für ihre anti-chinesische Koalition. Sowohl China als auch die USA unterstützen des­halb die KR politisch, logistisch und finanziell. Erst die Auseinandersetzungen des chinesisch­amerikanischen Bündnisses gegen die Sowjetunion haben es den KR möglich gemacht, im nationalen als auch im internationalen politischen Feld vorerst unbeschadet zu verweilen.