begleitend die Vergangenheitsbewältigung in Kambodscha unterstützen. “xÁz= cçê= êÉ~ä= éÉ~ÅÉI= Ñçê= êÉ~ä= å~íáçå~ä= êÉJ= ÅçåÅáäá~íáçåI=Ñçê=êÉ~ä=ÇÉîÉäçéãÉåíI=~åÇ=Ñçê= êÉ~ä=ëí~ÄáäáíóI=`~ãÄçÇá~=ãìëí=ÅçåÑêçåí=íÜÉ= íêìíÜ=~åÇ= ÑáåÇ= àìëíáÅÉK= låäó= íÜÉå= Å~å= `~ãÄçÇá~åë=éìí=íÜÉáê=íÉêêáÄäÉ=é~ëí=ÄÉÜáåÇ= íÜÉã=~åÇ= ÄÉÖáå= íç= ÄìáäÇ=~= åÉï= ÑìíìêÉK= xÁzÒ OT Fazit- Was kann das Tribunal leisten? Das Tribunal kann sicher nicht die Geschichte und alle gesellschaftlichen Emotionen aufarbeiten, aber es kann ein Signal der Rückbesinnung auf Rechtsstaatlichkeit darstellen und eine gesellschaftliche Diskussion anstoßen. Die übergroße Mehrheit von knapp 97% der Kambodschaner möchte die Hauptverantwortlichen des Massenmords der KR bestraft sehen. Selbst wenn das Tribunal Mängel und Fehler haben sollte, unterstützen immer noch 55% auch eine fehlerhafte Instanz. 28 Das Tribunal wird seinen Verdienst kaum an seinen juristischen Leistungen messen können. Aber die Berichterstattung darüber und die aus der Arbeit des Tribunals resultierende gesellschaftliche Aufklärungsarbeit können dem Gericht zu seinem Erfolg verhelfen, indem es den Menschen einen Teil des dringend notwendigen Vertrauens in die staatlichen Institutionen zurückgibt und ein Lehrstück fairer Justiz werden würde. Das Tribunal kann unmöglich über alle in den Völkermord verwickelten Personen urteilen, aber es kann die notwendige Geste für Gerechtigkeit liefern, indem es zumindest die Hauptverantwortlichen des Genozids öffentlich bestraft. 27 Meng-Try, Ea: Peace and Reconciliation, S. 49 in: Searching for truth – Comment and analysis, S. 4448; Documentation Center of Cambodia, Special English Edition April 2003, zugänglich unter: www.dccam.org/Projects/Magazines/English_versio n.htm. 28 KID: Survey on the Khmer Rouge Regime and the Khmer Rouge Tribunal 2004. Das Tribunal allein reicht somit zur Vergangenheitsbewältigung nicht aus, da sich die Täter in diesem Falle nicht ihrer Vergangenheit stellen würden, um die Opfer um Verzeihung zu bitten. Demgegenüber verlangt die nationale Versöhnungspolitik den Opfern trotzdem den hohen emotionalen Aufwand des Verzeihens ab. In Kambodscha besteht der Bedarf einer Wahrheitsfindungsinstanz, vor der die Täter der niederen und mittleren Ränge ihren Teil der Versöhnung durch öffentliche Reue erbringen sollten. Wenn es schon keine umfassende strafrechtliche Wiedergutmachung zwischen Opfern und Tätern geben kann, dann sollte den Opfern zumindest die Wahrheit durch die Einrichtung einer entsprechenden Kommission geboten werden. Das Tribunal und eine mögliche Wahrheitskommission könnten vor allem dem Werteverfall in der kambodschanischen Gesellschaft ein Ende setzen. Werte wie Würde, Respekt und Toleranz sowie Gerechtigkeit und Gleichheit müssen wieder in den Mittelpunkt des gesellschaftlichen Zusammenlebens gerückt werden und die Grundsäulen eines stabilen Friedens bilden. Das Tribunal könnte eine„Lehrstunde“ für die Vermittlung dieser Werte darstellen, die verbunden mit Geschichte, Tradition und Religion die Basis für spezielle Bildungsprogramme 29 schaffen könnten. Diese würden dann einen neuen Weg des Zusammenlebens von Opfern und Tätern eröffnen. Diese Bildungsprogramme sind notwendig, den besonderen politischen, sozialen, kulturellen und psychologischen Herausforderungen der kambodschanischen Post-Konflikt-Gesellschaft und deren Bewältigung nachzukommen. Kambodschanische und internationale Menschenrechts- und Nichtregierungsorganisationen sowie die medialen Institutionen könnten zur Verbreitung und Veröffentlichung der Ergebnisse des 29 z.B. durch spezielle Lehrpläne an Schulen, Gedenkstättenarbeit oder Bildungsprogramme von NGOs. 9 -
Druckschrift
Das Völkermordtribunal in Kambodscha - ein langer Weg zu Gerechtigkeit und Frieden
Einzelbild herunterladen
verfügbare Breiten