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Dossier zur Schulentwicklungsplanung: Landkreis Waldshut : Tragfähigkeit und Versorgungsleistung der Schulen 2010-2020/25
Entstehung
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1 Kriterien und Modelle zur Schulentwicklung Die beiden zentralen Größen des Schulwesens sind die Bildungsgänge und die Zertifikate. Ihre jeweils spezifischen Konfigurationen werden als"Schulen" bzw."Schularten", auch mit unter­schiedlichen Profilen, gefasst. Dabei können traditionelle Formen von Schulen angesichts neuer Entwicklungen und Herausforderungen in ihrer Struktur und Tragfähigkeit problematisch werden. Das Schulangebot sollte wohnortnah, tragfähig, stabil, gerecht und anspruchsvoll ausgelegt sein. Darin sind die entscheidenden fünf Kriterien für die Versorgungsleistung zu sehen und daran hat sich die Leistungsfähigkeit im Sinne der Schulversorgung zu bemessen. Für die Tragfähigkeit sind die Vorgaben für Klassengrößen und Klassenteiler maßgeblich. Dafür werden die offiziellen Vorgaben herangezogen. Für die Klassengröße sind als Mindestzahl 16 Schüler/innen vorgesehen. Eine stabile, tragfähige voll ausgebaute Schule mit allen Mög­lichkeiten fachlicher Differenzierung sollte zwei Züge umfassen, d.h. zumindest 31 Schüler/innen pro Klassenstufe. Das gilt grundsätzlich für alle Schularten der Sekundarstufe, sei es die Haupt­schule bzw. Werkrealschule, die Realschule oder das Gymnasium. Dieser Klassenteiler steht im­mer wieder zur Diskussion und kann sich in Zukunft in gewissem Rahmen ändern, d.h. möglicher­weise auf 28 Schüler/innen abgesenkt werden. In der Sekundarstufe stehen sich grundsätzlich drei Modelle zur Gestaltung und Aufteilung des Schulangebotes gegenüber: ­zum einen das"gegliederte Modell" mit drei Schularten, das an der Aufteilung nach Hauptschule, Realschule und Gymnasium mehr oder weniger strikt festhält, ­zum zweiten als Alternative das"Zwei-Säulen Modell", das die Bildungsgänge der Haupt­und Realschulen zusammenführt unter Wahrung der Gymnasien, entweder als"Regional-" oder"Mittelschule", hier als"Verbundschule" bezeichnet, ­zum dritten als weitestgehende Alternative das"integrierte Modell", in dem alle Kinder ei­ne Schule der Sekundarstufe gemeinsam besuchen; sie wird oft als"Gemeinschafts-" oder "Gesamtschule", hier als"Sekundarschule" bezeichnet. Zu berücksichtigen ist, dass bei Themen und Problemen der Schulqualität Änderungen der Schul­strukturen nicht als alleinige Lösung angesehen werden können. Vielmehr spielt ein Bündel von Bedingungen dafür eine Rolle. Es ist nicht allein mit strukturellen Maßnahmen der Umorganisation getan, sondern die Lehrkräfte brauchen ebenfalls eine geeignete Ausbildung und die Schulen hin­reichende Unterstützung sowie genügend Ressourcen an Zeit, Stellen und Mitteln. Eine regionalisierte Schulentwicklung stellt die unterschiedlichen Verhältnisse in den einzelnen Kreisen in Rechnung und setzt nicht für alle Verhältnisse ein gleiches Modell an. Damit eröffnet sie den Gemeinden unterschiedliche Optionen und zeigt mögliche Alternativen auf. Die Prognosen und Analysen gehen stets von den einzelnen Schulen und Gemeinden aus. Sie sind demnach grundsätzlich kommunal ausgerichtet. Sie berücksichtigen aber ebenso die Nachbarschaft von Schulen und Gemeinden, weil durch Zusammenführungen oder Kooperationen Schulen gesichert oder neue Angebote gemeinsam vorgehalten werden können. Für diese Absicht wurde das Kon­zept der Bildungsregion entwickelt: Sie stellen eine Einheit von einer oder mehreren Gemeinden eines Kreises dar, in der jeweils zumindest alle Bildungsgänge und Abschlüsse der Sekundarstufe angeboten und absolviert werden können. Sie bilden damit auch den Rahmen für Netzwerke, Akti­vitäten und Kooperationen. 6