4 Übergangsverhalten und Schulwahlen Das Übergangsverhalten auf die Schulen der Sekundarstufe ist in den letzten zehn Jahren durch einen tief greifenden Wandel bestimmt. Die Hauptschulen werden kontinuierlich weniger besucht, die Übergänge an Realschulen und Gymnasien steigen. 4.1 Entwicklung der Übergänge und Schulwahlen im Kreis In einigen Kreisen des Landes haben die Realschulen, in anderen Kreisen die Gymnasien überproportional dazu gewonnen. Bei den Realschulen sind es die sechs Kreise LK Esslingen, LK Karlsruhe, LK Enzkreis, LK Reutlingen, LK Biberach und LK Ravensburg mit einem Zugewinn von über 100 bis zu 184 Schüler/innen beim Zugang zu den Realschulen. Die Gymnasien haben in den drei Kreisen SK Stuttgart, LK Esslingen und LK Rhein-Neckar absolut einen außerordentlich großen Zugewinn von mehr als 300 Schüler/innen. Auch im Landkreis Reutlingen ist eine auffallend starke Zunahme des"Bildungsinteresses" in der Eltern- und Schülerschaft zu beobachten. Seit 2000 ist im Kreis Reutlingen der Besuch der Hauptschule absolut wie anteilsmäßig stark zurück gegangen. Die Hauptschulen konnten bis 2004/05 wenigsten noch Quoten von über 30% im Landkreis wahren. Danach fiel die Besuchsquote kontinuierlich und unterschritt mit 24,3% im Jahr 2008/09 erstmals die 25%-Marke. Zum Schuljahr 2009/10 ist sie erneut leicht gesunken und beträgt noch 24,1%. Dies bedeutet einen Verlust für die Hauptschule um etwa acht Prozentpunkte im Zeitraum der letzten zehn Jahre. Bei den Gymnasien hat die Besuchsquote bereits 2007/08 die 40%-Marke übertroffen und erreicht mittlerweile 40,7% – mit einer gewissen Stagnation in den letzten drei Jahren. Für die Realschulen wird mittlerweile eine Übergangsquote von gut einem Drittel verzeichnet, zuletzt 34,9%(vgl. Tabelle 11). Die Schülerzahl für die 34 Hauptschulen des Kreises ist von 1.026(Schuljahr 2000/01) auf 706 in der Eingangsklasse 5 im Schuljahr 2009/10 gefallen; dies stellt einen Rückgang um fast ein Drittel (31,2%) dar – eine drastische Abnahme trotz Einführung der Werkrealschule an den Hauptschulen. Dagegen ist die Schülerzahl an den Gymnasium stark gestiegen: auf nunmehr 1.192 Schüler/innen beim Übergang. Bei den Realschulen sind die Schülerzahlen stabiler: Es ist bis 2008/09 nur eine geringe Zunahme festzustellen, die in den letzten drei Jahren nahezu unverändert blieb (bei 1.024 Schüler/innen). Tabelle 11: Übergänge aus Grundschulen(öffentlich und privat) auf Schulen der Sekundarstufe Im Landkreis Reutlingen in den letzten zehn Jahren(2000/01-2009/10) Schuljahr Schüler/innen insg. Hauptschulen abs. in% Realschulen abs. in% Gymnasien abs. in% Sonstige abs. in% 2000/01 3.160 1.026 32,5 971 30,7 1.131 35,8 32 1,0 2001/02 3.355 1.133 33,8 2.003 29,9 1.195 35,6 24 0,7 2002/03 3.151 1.012 32,1 946 30,0 1.168 37,1 25 0,8 2003/04 3.157 984 31,2 914 29,0 1.229 38,9 30 1,0 2004/05 3.030 947 31,3 894 29,5 1.155 38,1 34 1,1 2005/06 2.785 813 29,2 866 31,1 1.092 39,2 14 0,5 2006/07 2.965 855 28,8 961 32,4 1.112 37,5 37 1,2 2007/08 3.113 805 25,9 1.025 32,9 1.266 40,7 17 0,5 2008/09 2.947 715 24,3 1.024 34,7 1.189 40,3 19 0,6 2009/10 2.931 706 24,1 1.024 34,9 1.192 40,7 Quelle: Statistisches Landesamt Baden-Württemberg, Stuttgart 2009. 9 0,3 16
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Dossier zur Schulentwicklungsplanung: Landkreis Reutlingen : Tragfähigkeit und Versorgungsleistung der Schulen 2010-2020/25
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