Praxis? Durchstarten! Das Projekt„Praxis? Durchstarten!“ in Gelsenkirchen ist eine gemeinsame Initiative der Stadt Gelsenkirchen und der Kassenärztlichen Vereinigung WestfalenLippe, um den zunehmenden Mangel an Hausärzt:innen in der Stadt zu begegnen. Besonders in den Stadtteilen Altstadt/Neustadt, Ückendorf und Bulmke-Hüllen besteht ein hoher Versorgungsbedarf, da viele dort niedergelassene Ärzt:innen kurz vor dem Ruhestand stehen. Das Projekt richtet sich an Fachärzt:innen, die noch keine langjährige vertragsärztliche Tätigkeit ausgeübt haben. Sie können als sogenannte„Praxisdurchstarter:innen“ für sechs Monate in Vollzeit in einer erfahrenen Mentor:innenpraxis arbeiten und dort den hausärztlichen Alltag, Organisationsabläufe und Patientenversorgung kennenlernen. Ergänzend nimmt der:die teilnehmende Ärzt:in an vorbereitenden Seminaren teil, die wichtige Kenntnisse zur eigenen Niederlassung und Praxisführung vermitteln. Die Mentor:innenpraxen erhalten für die Beschäftigung des:der„Durchstarter:in“ eine finanzielle Förderung, um den Einstieg wirtschaftlich abzusichern. Ziel des Projekts ist es, motivierte Nachwuchsmediziner:innen für eine langfristige Tätigkeit in Gelsenkirchen zu gewinnen und so die hausärztliche Versorgung in den kommenden Jahren zu sichern. „Also die Akzeptanz[für das Gesetz] in der Ärzteschaft ist hoch. Also tatsächlich auch in der Hausärzteschaft vor allen Dingen. Und da kriegen wir durchweg wirklich positive Resonanz.[…]. Und nicht zuletzt, wir hatten sehr, sehr, sehr viele Anfragen am Anfang seitens anderer Bundesländer[…].“ (LfGA- Mitarbeiter Landarztgesetz) Auf dem Weg zu einer nachhaltigen hausärztlichen Versorgung in NRW – Empfehlungen zur Optimierung der Situation Die Ergebnisse der Experteninterviews zeigen deutlich, dass die Herausforderungen der hausärztlichen Versorgung in ländlichen und strukturschwachen Regionen in NRW vielfältig sind: → eine alternde Bevölkerung, → eine wachsende Inanspruchnahme medizinischer Leistungen, → zunehmende Bürokratisierung sowie → veränderte Erwartungen des ärztlichen Nachwuchses an die Arbeitsbedingungen. Auch auf Landesebene gibt es Bestrebungen, um Nach wuchs für den Beruf des:der Hausärzt:in zu gewinnen. Neben dem Ausbau von Medizinstudienplätzen ist vor allem das Landarztgesetz, das in NRW zum Wintersemes ter 2019/2020 eingeführt wurde, zu betonen. Der Mitarbei tende des Landesamtes für Gesundheits- und Arbeitsschutz schildert eine sehr gute Resonanz auf das Landarztgesetz – sowohl vonseiten der Praktiker:innen als auch von den Ärztekammern und den KVen in NRW: Auf Grundlage der identifizierten Problemfelder lassen sich mehrere Handlungsansätze ableiten, die – sinnvoll kombi niert – eine zukunftsfähige hausärztliche Versorgung ermöglichen können. Die folgenden Handlungsempfehlun gen orientieren sich an den zentralen Bedarfen aus der raxis, berücksichtigen regionale Unterschiede und fokussie ren Lösungen, die kurz-, mittel- und langfristig Wirkung entfalten können. Um die hausärztliche Versorgung langfristig zu stabilisie ren, muss die Niederlassung attraktiver gestaltet werden. Junge Ärzt:innen wünschen sich flexible Arbeitsmodelle, Teilzeitoptionen, Teamarbeit und verlässliche Rahmenbe dingungen. Gleichzeitig schrecken hohe Investitionskosten – etwa für barrierefreie Umbauten, Modernisierungen oder die Übernahme veralteter Praxisimmobilien – viele potenzielle Nachfolger:innen ab. Deshalb braucht es öffentliche Investitionszuschüsse für Modernisierung und Barrierefreiheit, eine gezielte Förderung kooperativer Pra xisformen wie Gemeinschaftspraxen, Berufsausübungsge meinschaften oder kommunal unterstützte Modelle sowie eine Stärkung der regionalen Standortfaktoren, etwa durch ausreichende Kita- und Schulangebote, bezahlbaren Wohn raum und kulturelle Angebote. Herausforderungen und Lösungsansätze der hausärztlichen Versorgung in ausgesuchten Regionen in NRW 8
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Herausforderungen und Lösungsansätze der hausärztlichen Versorgung in ausgesuchten Regionen in NRW
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