bung in den ÖRR-Programmen gelten dabei restriktive Vorgaben. 14 Der Rundfunkbeitrag machte 2023/2024 bei den Erträgen der ÖRR-Organisationen zwischen 84 und 92 Pro zent der zur Verfügung stehenden finanziellen Mittel aus. Werbeeinnahmen und sonstige Erlöse machten lediglich zwischen acht und zehn Prozent aus. Ein zentrales Element des deutschen Finanzierungs modells ist die unabhängige Ermittlung des Finanzbedarfs durch eine externe Kommission. 15 Alle zwei Jahre prüft die Kommission zur Ermittlung des Finanzbedarfs der Rund funkanstalten(KEF) die erfolgenden Finanzanmeldungen der Sender und empfiehlt die Beitragshöhe. Die Länder set zen diese fest, sind jedoch verfassungsrechtlich verpflich tet, sich eng an den KEF-Empfehlung zu orientieren, um Staatsferne zu gewährleisten. 16 Auch wenn das deutsche ÖRR-System im internationalen Vergleich finanziell gut ausgestattet ist, stehen die ÖRR-Anstalten durch allgemein steigende Kosten, Digitalisierung und Investitionsbedarf derzeit finanziell vor Herausforderungen(ARD 2024a; ZDF 2025a). Als Reaktion auf die im Laufe der vergangenen Jahre gestiegenen finanziel len Bedarfe wurden bereits rechtliche Reformen und organisatorische Änderungen mit dem Ziel finanzieller Einspa rungen vorgenommen, etwa durch die Streichung und Zu sammenlegung von Programmen oder die Einstellung analoger Ausstrahlung von Radioprogrammen(Falk 2024; Handelsblatt 2025). Auch die Deutsche Welle muss ange sichts eines angespannten Bundeshaushalts Sparmaßnah men umsetzen(Tagesschau 2026). Aktuell bestehen Kon flikte zwischen Ländern und Sendern über Beitragserhö hungen; diesbezügliche Verfahren vor dem BVerfG sind anhängig(ZDFheute 2024; Tagesschau 2024). 3. Konkurrenz Die deutschen ÖRR-Anstalten agieren in einem stark pluralisierten und wettbewerbsintensiven Medienumfeld mit zunehmend fragmentierter Mediennutzung(KEK 2025). Neben privaten Radio- und Fernsehanbietern sowie Presse verlagen mit Print- und Onlineprodukten stellen nun seit mehreren Jahren insbesondere soziale Medien und international agierende Streamingplattformen eine zunehmend bedeutsame Konkurrenz dar. 17 Trotz veränderter Mediennutzung bleibt Fernsehen wichtig: 2025 sahen 74 Prozent der Bevölkerung mindes tens einmal wöchentlich lineares Fernsehen. Marktführend bei den Einzelprogrammen war 2024 das ZDF(15 Prozent), Abb. 2 Zusammensetzung der Finanzierung deutscher ÖRR-Organisationen in Mio Euro, 2024 7.000 6.000 5.000 4.000 3.000 Budget aus Rundfunkbeitrag bzw. Steuermittel bei DW Nettowerbe- und Sponsoringumsätze sonstige Erträge(Programmverwertungen, Kostenerstattungen etc.) 2.000 1.000 0 ARD Quelle: Eigene Darstellung. ZDF Deutschlandradio Deutsche Welle 14 Siehe§§ 9, 22, 38, 39 MStV;§ 2 Absatz 2 Deutschlandradio-Staatsvertrag. 15 Siehe§ 34 MStV. 16 Siehe§§ 1-7 Rundfunkfinanzierungsstaatsvertrag( Bayerische Staatskanzlei 1996) ; BVerfG, Urteil vom 11. September 2007, 1 BvR 2270/05, 1 BvR 809 /06, 1 BvR 830/06, https://www.bundesverfassungsgericht.de/SharedDocs/Entscheidungen/DE/2007/09/rs20070911_1bvr227005.html(27.2.2026). 17 Die folgenden Angaben zu Marktanteilen und Relevanz basieren auf dem„Medienvielfaltsmonitor 2024“ der Medienanstalten(o. J.), der„ARD/ ZDF-Medienstudie 2025“ (ARD/ZDF Forschungskommission 2025) und auf dem„8. Konzentrationsbericht“ der Kommission für die Ermittlung von Konzentration im Medienbereich(KEK 2025). Öffentlich-rechtlicher Rundfunk in Europa – Deutschland 4
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Herausforderungen und Chancen: Der deutsche ÖRR in Zeiten von Plattformen und KI
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