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Südkorea : Herausforderungen für das 21. Jahrhundert
Entstehung
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FES Analyse: Korea 7 Alterung der Bevölkerung in ausgewählten Ländern Südkorea Japan Deutschland Italien USA Schweden Frankreich Anteil der Bevölkerung 65 Jahre und älter 7% 14% 20% 2000 2019 2026 1970 1994 2006 1932 1972 2012 1927 1988 2007 1942 2013 2028 1887 1972 2012 1864 1979 2020 Dauer in Jahren 7% bis 14% 14% bis 20% 19 7 24 12 40 40 64 19 71 15 85 40 115 41 Quelle: Kyungsoo Choi, Population Aging in Korea; Economic Impacts and Policy Issues, Korea Development Institute, February 2004. Tab. 1 zeigt, dass Frankreich und Schweden be­reits in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhundert ageing societies waren. Anschließend dauerte es 115 bzw. 85 Jahre, bis sich der Anteil der über 65-Jährigen in diesen beiden Ländern auf 14% verdoppelt hatte. In Südkorea wird dies in nur 19 Jahren geschehen. In Frankreich und Schwe­den werden ebenso wie in Deutschland rund 40 Jahre vergangen sein, bis deren Bevölkerungen ultra-aged(Anteil der über 65-Jährigen beträgt 20%) sind. In Korea werden es nur sieben Jahre sein. Rückblickend wird man sehen, dass die be­rücksichtigten europäischen Länder zwischen 80 Jahre in Deutschland und 156 Jahre in Frankreich Zeit hatten, sich auf die Vergreisung ihrer Bevöl­kerung einzustellen. In Korea geschieht dies in­nerhalb gut einer Generation. Das rasche Altern der koreanischen Bevölke­rung ist wie in allen Industrieländern auf sin­kende Geburtenraten und eine steigende Le­benserwartung zurückzuführen. Das Besondere in Korea dabei ist, dass dies in äußerst kurzen Zeiträumen geschieht: Die Geburtenrate sank rasant von 6,0 im Jah­re 1960 und 4,53 im Jahre 1970 über 2,83 im Jahre 1980 auf 1,17 im Jahre 2002. Damit liegt die Geburtenrate in Korea heute unter derje­nigen Spaniens, die mit durchschnittlich 1,25 Kindern pro Frau gegenwärtig die niedrigste innerhalb der Europäischen Union ist. Die Lebenserwartung verdreifachte sich seit Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts sowohl für Männer von 24 Jahre auf heute 72,8 Jahre als auch für Frauen von 26 auf 80 Jahre. Damit liegt die Lebenserwartung der Koreanerinnen und Koreaner nur noch wenig unter derjeni­gen der übrigen OECD-Länder, wo sie im Durchschnitt für Männer 74,4 Jahre und für Frauen ebenfalls 80 Jahre beträgt. Da die geburtenstarken Jahrgänge heute bereits in ihren Dreißigern und Vierzigern sind, werden auch die Belegschaften in den Unternehmen äl­ter. Deren Durchschnittsalter nahm in der Ver­arbeitenden Industrie zwischen 1994 und 2002 um 2,3 Jahre von 34 auf 36,35 Jahre zu und wird innerhalb eines Jahrzehnts nahezu 40 Jahre betragen. Bereits heute beträgt der Anteil der 15­bis 29-Jährigen an der Industriearbeiterschaft nur noch 21,8%(1993: 34,9%), während die über Vierzigjährigen fast die Hälfte stellen(1993: 29,2%). Ähnlich wie in Deutschland weichen auch in Korea die Unternehmen der Frage aus, wie man trotz alternder Belegschaften wettbewerbsfähig bleibt. Vor allem Großunternehmen versuchen, durch Abfindungsangebote Arbeitsplätze abzu­bauen und sich dabei ihrer älteren Beschäftigten zu entledigen: POSCO, weltweit der fünftgrößte Stahlerzeu­ger, führt einanytime early retirement­Programm durch, das für ein freiwilliges Aus­scheiden aus dem Unternehmen je nach Alter eine Entschädigung zwischen 5 und 45 Mo­natsgehältern vorsieht. KT, Koreas größtes Telekom-Unternehmen, möchte auf diese Weise 5.500 Stellen bzw. 12,6% seiner Belegschaft abbauen. Doosan Heavy Industries and Construction hat jüngst seiner Mitarbeiterschaft ein Abfin­dungsangebot gemacht, das von 350 bzw. 12,5% der Beschäftigten angenommen wurde. Die Unternehmen bezeichnen diese Maßnahmen alsFrühverrentung odervorzeitige Pensionie­rung. Davon kann allerdings nur in den wenigs-