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Südkorea : Herausforderungen für das 21. Jahrhundert
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FES Analyse: Korea sen, sind sicher vielfältig. Eine große Rolle dürfte dabei jedoch spielen, dass Frauen mit wenig Un­terstützung rechnen können, wenn sie Familie und Beruf in Einklang bringen möchten: Koreanerinnen sind heute weit besser aus­gebildet als früher. Im Jahre 2003 besuchten 77,5% der Frauen im Alter von 25 Jahren oder älter ein College oder eine Universität, 1975 taten dies lediglich 2,5%. Daher wünschen sich immer mehr Frauen, wie es für Männer selbstver­ständlich ist, eine berufliche Laufbahn einzu­schlagen. Hohe Lebenshaltungskosten erhöhen zudem den Druck, nach der Heirat ein zweites Familieneinkommen zu erzielen. Beides veran­lasst die Frauen, eine dauerhafte Beschäftigung aufzunehmen. Im Jahre 2003 waren 52,8% der Koreanerinnen berufstätig. Da im Durchschnitt der OECD-Länder die Frauenerwerbsquote knapp 60% beträgt, und sie in den skandinavischen Ländern sogar knapp 75% erreicht, ist damit zu rechnen, dass die Frauenerwerbstätigkeit in Ko­rea eher noch steigen wird. Doch obgleich Ehefrauen und Mütter zuneh­mend berufstätig sind, ist Hausarbeit in 88,9% der Familien nach wie vor ausschließlich Frau­ensache. Allerdings sagen auch nur 35,9% der befragten Frauen, dass sie diese Aufgabe gerne mit ihren Ehemännern teilen würden. Männer halten in dieser Hinsicht an der überlieferten Rollenverteilung nahezu vollständig fest, und von den Frauen tun dies immerhin noch knapp zwei Drittel. Der Staat unternimmt ebenfalls wenig, um den Frauen die Verbindung von Familie und Beruf zu erleichtern. Das Arbeitsrecht sieht vor, 9 dass schwangeren Frauen vor und nach der Ent­bindung bezahlter Mutterschaftsurlaub von ins­gesamt 90 Tagen zu gewähren ist. Außerdem soll der Arbeitnehmerin innerhalb der ersten zwölf Monate nach der Entbindung auf Wunsch zwei­mal täglich eine Stillzeit von mindestens 30 Mi­nuten gestattet werden. Mehr ist an Unter­stützung für berufstätige Mütter von Neugebo­renen nicht vorgesehen. Aus einer Umfrage unter 1.200 Arbeitneh­merinnen ging hervor, dass die Versorgung der Vorschulkinder während der Arbeitszeit der Mütter nur zu 3,2% in Einrichtungen am Ar­beitsplatz und nur zu 1,8% in öffentlichen Kin­dertagesstätten erfolgte. In aller Regel wurden die Kleinkinder bei Familienmitgliedern, Freun­den oder privaten Einrichtungen untergebracht. In der Vergangenheit lebten Kleinkinder eben­so wie greise Verwandte im Kreis der Familie. Daher waren staatliche Einrichtungen für sie nicht erforderlich. Indem Frauen zunehmend am Erwerbsleben teilnehmen, fallen sie für die Be­treuung und Pflege sowohl der sehr jungen als auch der sehr alten Familienmitglieder weit­gehend aus. Geschiedene Frauen sind ohnehin nicht verpflichtet, sich ihrer ehemaligen Schwie­gereltern anzunehmen, wenn diese pflegebedürf­tig sind. Ein Ersatz für die vielfältigen Dienste, die Frauen innerhalb und außerhalb der Familie leisteten, ist nicht absehbar. Die koreanische Ge­sellschaft steht vor der drängenden Aufgabe, im Zeitalter von Ageing sowohl eine neue Fa­milienpolitik als auch ein neues Genderverhal­ten zu entwickeln. Nordkorea: Bedrohung und Herausforderung In Europa nahm der Kalte Krieg zwischen Ost und West mit der Wiedervereinigung Deutsch­lands 1989/90 ein weitgehend friedliches Ende. Auf der koreanischen Halbinsel aber stehen sich entlang einer 241 km langen und 4 km brei­ten Grenze noch immer hochgerüstete Streit­kräfte gegenüber. Große Gefahr geht dabei von dem Vorhaben der nordkoreanischen Führung aus, die Entwicklung von Atomwaffen fortzuset­zen. Bereits mit herkömmlichen Waffen wäre eine erneute militärische Auseinandersetzung verhängnisvoll. Aber auch Szenarien, die unterhalb der Schwelle eines Krieges vorstellbar sind, ver­heißen für Südkorea nichts Gutes. Bei einem Fortbestand des Regimes im Norden ist eine we­sentliche Verbesserung der Wirtschaftslage eher unwahrscheinlich. Im Falle einer erneuten Hun­gersnot könnte eines Tages eine Flücht­lingslawine mit Billigung Chinas nach Südkorea