1.4 Geschlechterverhältnisse beziehen sich auch auf gleichgeschlechtliche Gruppen: Frauen zu Frauen, Männer zu Männern In der Frauenforschung und in der neueren Männerforschung rückt eine weitere Perspektive in den Vordergrund: das Verhältnis verschiedener gleichgeschlechtlicher Gruppen zueinander. Bei dieser Perspektive wird die Verbindung von Gender und anderen Merkmalen der sozialen Differenzierung wie Ethnie, Alter, soziale Herkunft relevant. In den Analysen zur Globalisierung wird deutlich, dass es Gewinnerinnen und Verliererinnen gibt und eine gegenseitige Verflechtung dieser Positionen(Wichterich 2003). Ein anderes Beispiel für die Erforschung der Geschlechterverhältnisse zwischen Frauen ist die Untersuchung von Thiessen(2003). Hier steht das Verhältnis deutscher Frauen aus der Mittelschicht zu Frauen aus Osteuropa, die in(ihren) privaten Haushalten sauber machen, im Mittelpunkt. Connell(1999) analysiert verschiedene Männlichkeiten. Die von ihm entwickelte„hegemoniale Männlichkeit“ ist dabei nur eine von vielen Männlichkeiten. Hegemoniale Männlichkeit schließt z. B. Männer mit einer homosexuellen Orientierung nicht nur aus, sondern verachtet sie bis hin zur Gewaltanwendung. Hegemonie, Unterordnung, Komplizenschaft und Marginalisierung werden als Charakteristiken der Beziehungen zwischen verschiedenen Männlichkeiten analysiert. Männer unterschiedlicher Milieus, sozialer Herkunft, unterschiedlichen Alters und verschiedener sexueller Orientierung haben auch unterschiedliche Männlichkeitsentwürfe und unterschiedliche soziale Praktiken, die es zu erkennen gilt(Meuser 2004). Für eine Geschlechterpolitik ist diese Perspektive sehr fruchtbar, weil sie Bündnisse zwischen Männern und Frauen ermöglicht, die nicht auf der Zugehörigkeit zu einer Geschlechtergruppe beruhen, sondern auf der gemeinsamen negativen Erfahrung mit der hegemonialen Männlichkeit und der Überzeugung, dass Alternativen zur hegemonialen Männlichkeit wünschenswert sind. 2. Wie Geschlechtervorstellungen die Strukturen und Strategien bestimmen 2.1 Beispiel: Familie und Geschlechtervorstellungen Die verschiedenen Vorstellungen von Geschlecht, in der wissenschaftlichen Diskussion auch Konstruktionen genannt, haben nun, und das ist das Entscheidende, relevante Auswirkungen auf die Sichtweisen auf die Familie. Die folgenden Übersichten zeigen, welche Vorstellungen von Familie auf welchen Geschlechterkonstrukten basieren. 16
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Geschlechter in Verhältnissen : Denkanstöße für die Arbeit in Gender Mainstreaming Prozessen
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