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Geschlechter in Verhältnissen : Denkanstöße für die Arbeit in Gender Mainstreaming Prozessen
Entstehung
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Männerberufen und der technischen oder der körperlichen Anforderungen in den Frauenberufen sind erste Schritte auf diesem Degendering(vgl. Krell u.a.2001). Eine solche Strategie stellt auch verstärkt die Hintergründe und die Legitimation der Trennung von Berufen in Männer- und Frauenberufe heraus: Weder ist es haltbar, die Eignung von Menschen an ihrem Geschlecht ablesen zu wollen, noch ist es rich­tig, technische Berufe ohne soziale Kompetenz und soziale Berufe ohne technische Kompetenz zu definieren. Erst der Blick auf das Individuum ohne die Grenzen des ei­nen oder anderen Geschlechts bewahrt davor, geschlechtsspezifische Fähigkeiten zuzuordnen. Da keine Frau der anderen gleicht oder bestimmte Merkmale hat, die kein Mann hat, und kein Mann dem anderen gleicht und Merkmale hat, die nicht auch eine Frau haben könnte, werden die Grundannahmen, die die Geschlechterhie­rarchie der Sektoren und Berufe begründen, infrage gestellt. Die Konnotationen Mann-Technik-Wertvoll und Frau-Soziales-Minderwertig müssen aufgebrochen wer­den. Bewertungskriterien und Professionalsierungsstrukturen dürfen nicht mehr den geschlechtsspezifischen Vorstellungen und Konstruktionen folgen, sondern brauchen eine andere Perspektive. Grundsätzliche Kritik an der sogenannten geschlechtsspezi­fischen Eignung, die sich an den dualen und polaren Geschlechterbildern orientiert, muss mit der Kritik an der Eindimensionalität der Berufe als technisch oder sozial einhergehen und die Minderwertigkeit der Frauenberufe aufheben. 3. Geschlechterpolitische Ziele Geschlechtertheoretische Grundannahmen leiten nicht nur Strategien, sondern auch die Zielsetzungen. Um zu bestimmen, wo die Ungerechtigkeiten in den Geschlechterver­hältnissen liegen und in welche Richtung sie abgebaut werden sollen, braucht man eine klare Vorstellung, wie diese Geschlechterverhältnisse denn eigentlich aussehen sollten. Im Folgenden sollen drei verschiedene geschlechterpolitische Zielsetzungen beschrieben und miteinander ins Verhältnis gebracht werden, die sich an den nicht traditionellen Geschlechterkonzepten orientieren. 1. Ziel: Gerechtigkeit im Geschlechterverhältnis herstellen: Ressourcen gleich verteilen Konkreter bedeutet das, dass Männern im Vergleich zu Frauen und Frauen im Ver­gleich zu Männern genauso viel ökonomische Mittel und ökonomische Verfügungsgewalt, genauso viel Arbeit, bezahlte und unbezahlte, genauso viel Freizeit, genauso viel Anerkennung, genauso viel Macht, genauso viel Gesundheit, genauso viel Wissen, genauso viel Raum zur Verfügung steht. 23