6 dagegen regionale Untersuchungen, die die„Rettung“ in den Mittelpunkt stellen, wie etwa die Studie über Hilfe für Verfolgte im Rheinland von Günther B. Ginzel und seinen Mitarbeitern in der ersten Hälfte der 90er Jahre. Gemeinsam ist diesen Quellen bzw. Veröffentlichungen, dass sie einzelne Fälle von Hilfe beschreiben oder Rettungsaktionen von Gruppen rekonstruieren und die Alltagsprobleme darstellen, mit denen Helfer wie Verfolgte zu kämpfen hatten. Im Unterschied hierzu sind vor allem in den USA Arbeiten entstanden, die anhand verschiedener Samples aus autobiographischen Berichten und Interviews mit soziologischen und sozialpsychologischen Kategorien versuchen, generalisierende Aussagen über die Retter und ihr Verhalten bzw. ihre Motivation zu treffen. Am bekanntesten ist hier die Studie von Samuel und Pearl Oliner (The Altruistic Personality. Rescuers of Jews in Nazi Europe, New York 1988) geworden, die mit standardisierten Fragebögen resp. Interviews und einer Kontrollgruppe arbeiten. Über die Erfassung von Persönlichkeitsmerkmalen, die ihres Erachtens die Retter von den Nicht-Rettern unterscheiden, konstruieren sie Rettertypen, bei denen die„altruistische Persönlichkeit“ im Vordergrund steht. Die Beschäftigung mit Rettern und Helfern in Deutschland muss jedoch in Rechnung stellen, dass die Judenverfolgung nicht wie im besetzten Europa von einer fremden Okkupationsmacht ausging, sondern aus dem eigenen Staat und der eigenen Gesellschaft erwuchs, was diejenigen, die sich entgegenstellten, noch stärker isolierte, als dies in anderen Ländern der Fall war. Erst in den letzten Jahren wurden entsprechende Hilfeleistungen als Wi-
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Verbotene Hilfe : Rettung für Juden in Deutschland 1941 - 1945 ; Vortrag, gehalten auf einer Veranstaltung der Friedrich-Ebert-Stiftung in Verbindung mit dem Verein "Gegen Vergessen - Für Demokratie" am 28. September 2004 in Bonn
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