19 Freunden unter und vermittelte ihr eine Arbeit im Haus des Rundfunks, wo sie unter falschem Namen arbeitete. Im Herbst 1943 musste Herta Zerna ihre eigene Tätigkeit für den Rundfunk aufgeben und siedelte in ein Dorf bei Rheinsberg über, wo sie seit Sommer 1939 ein kleines Haus besaß. Dort beherbergte sie gegen Ende des Krieges einen Deserteur sowie die untergetauchte Jüdin Susanne Meyer, deren Geschichte weiter unten beschrieben wird. Die langen Jahre des zähen Mutes und Widerstands bezahlte Herta Zerna mit erheblichen gesundheitlichen Schäden. Hilfsangebote in einer konkreten Situation Zu dieser Gruppe gehören Personen, die vor und nach ihren Hilfeleistungen nie öffentlich in Erscheinung getreten sind. Sie ergriffen aber in einer bestimmten Situation die Initiative. Die Katholikin Maria Nickel war verheiratet und hatte zwei Söhne. Ihr Mann war Automechaniker, sie führte den Haushalt. Die Familie wohnte in Berlin-Kreuzberg. Schon seit Beginn der Nazi-Zeit beobachtete sie mit Sorge die zunehmende Diskriminierung der jüdischen Bevölkerung. Da sie im Herbst 1942 sicher war, dass die Juden„im Osten“ ein schreckliches Schicksal erwartete, beschloss sie für sich, wenigstens einem Menschen zu helfen. Da sie aber keine jüdischen Bekannten hatte, beobachtete sie die jüdischen Zwangsarbeiterinnen, die in ihrer Nachbarschaft zur Arbeit gingen. Eine von ihnen, Ruth Abraham, erwartete ein Kind. Frau Nickel folgte ihr eines Tages an ihren Arbeitsplatz und bot ihre Hilfe an. Nach einigem Zögern fasste Ruth Abraham Vertrau-
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Verbotene Hilfe : Rettung für Juden in Deutschland 1941 - 1945 ; Vortrag, gehalten auf einer Veranstaltung der Friedrich-Ebert-Stiftung in Verbindung mit dem Verein "Gegen Vergessen - Für Demokratie" am 28. September 2004 in Bonn
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