15 wenngleich dies nicht in allen Fällen eindeutig feststellbar ist. Ich möchte im Folgenden drei Kategorien unterscheiden: Zivilcourage und solidarisches Handeln als konstantes Verhalten Ein kleinerer, aber prägnanter Teil der Helfer gehörte zu denen, die von Anfang an keine Zweifel am verbrecherischen Charakter des NS-Regimes hegten, die Anzeichen für das Schicksal der Juden zu deuten wussten und früh die Initiative zur Unterstützung der Verfolgten ergriffen. Sie waren oft diejenigen, die besonders effektiv, etwa aufgrund ihrer beruflichen Situation, nicht nur einem, sondern mehreren Verfolgten Hilfe leisten konnten. Helene Jacobs, langjährige Kanzleiangestellte eines jüdischen Patentanwalts, gehörte seit 1934 der Bekennenden Kirche in Berlin-Dahlem an. 1940 schloss sie sich einer überwiegend aus Frauen bestehenden, theologisch ausgerichteten Gruppe an. In diesem Kreis organisierte Helene Jacobs eine„Paket-Aktion“ mit Lebensmitteln und Kleidung für die bereits 1940 nach Lublin(Polen) deportierten Stettiner Juden, eine couragierte und solidarische Reaktion auf die nationalsozialistische Judenverfolgung und gleichsam eine Vorstufe zu späteren riskanteren Rettungsaktivitäten. Nachdem seit Ende Oktober 1941 auch Transporte mit Berliner Juden in den Osten abfuhren, bat Dr. Franz Kaufmann, evangelischer Christ und„Nichtarier“, die Mitglieder des Arbeitskreises,
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Verbotene Hilfe : Rettung für Juden in Deutschland 1941 - 1945 ; Vortrag, gehalten auf einer Veranstaltung der Friedrich-Ebert-Stiftung in Verbindung mit dem Verein "Gegen Vergessen - Für Demokratie" am 28. September 2004 in Bonn
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