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Generationengerechtigkeit - eine internationale Perspektive
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Michael Dauderstädt Generationengerechtigkeit eine internationale Perspektive Generationengerechtigkeit eine internationale Perspektive Von Michael Dauderstädt Der Diskurs zur demographischen Entwicklung zeugt von einer Irrationalität, die nur durch massive Interessen zu erklären ist von verängstigten Rentnern(in spe) und gewinnwitternden Finanzunter­nehmen. Gerade in Deutschland und einigen anderen europäischen Ländern sind die Unkenrufe schon ohrenbetäubend. Wir sterben aus, das geringe Bevölkerungswachstum(vor allem im Ver­gleich zu den USA) sei ein Zeichen des Niedergangs und der Verkrustung. In der Folge seien unse­re Alterssicherungssysteme hoffnungslos überfordert und schmerzhafte Reformen unumgänglich. Vergessen scheinen früher gern propagierte Gefahren und alte Ängste wie Überbevölkerung oder eine geringe Lebenserwartung. Eine gerechte Lösung der Verteilungsprobleme zwischen den Generationen muss auf einem klaren Verständnis von dem aufbauen, was ökonomisch möglich ist. Das ist gleichzeitig mehr und weniger als die herrschende Debatte unterstellt. Der folgende Aufsatz versucht, einige der weit verbreiteten Vorurteile und Axiome der Debatte um Generationengerechtigkeit und Rentenreform zu hinterfra­gen. Um einige der Thesen kurz vorwegzunehmen: Altern ist kein Fluch, sondern ein Privileg, von dem die Armen der Welt oft nur träumen. Wohlstand und Macht im internationalen Vergleich sind kaum demographisch bedingt. Die weltweite Reformdebatte entzündet sich weniger an demographischen Problemen als an fiskalischen oder wirtschaftlichen Krisen. Der in Deutschland gern genutzte Zündpunktinternationale Wettbewerbsfähigkeit hat mit dem Kernproblem der Rentenreform kaum etwas zu tun. Zu lösen ist der Konflikt zwischen Arbeitenden und Rentenempfängern, dem man auch durch ein Kapitaldeckungsverfahren nicht ausweichen kann. Die Zusammenarbeit mit dendemographischen Konkurrenten könnte die Lösung einiger Probleme erleichtern. Der Wohlstandstransfer zwischen den Generationen ist beschränkt und eine Generationenge­rechtigkeit schwer vorstellbar. www.fes-online-akademie.de Seite 1 von 16