Michael Dauderstädt Generationengerechtigkeit – eine internationale Perspektive Demographische Vielfalt auf Erden Die Länder der Welt weisen eine bunte Vielfalt demographischer Muster auf. Rasches Bevölkerungswachstum und ein hoher Anteil an jungen Menschen an der Gesamtbevölkerung ist dabei eher ein Zeichen von Armut und am ehesten in Afrika südlich der Sahara zu finden. Das dynamische Somalia etwa hat 2001-2015 eine erwartete jährliche Wachstumsrate der Bevölkerung von 3,1%, einen Anteil der Unter-15-jährigen an ihr von fast 50% und weniger als ein Drittel der Bevölkerung wird das hiesige Rentenalter von 65 erreichen(World Bank 2003). Da bräuchte man sich – wenn es sie denn gäbe – um die Sicherheit der Renten nicht zu sorgen. Die Menschen dort sorgen sich um ganz andere Renten, nämlich die aus Rohstoff- und Gewaltmärkten, an denen teilzuhaben leichter wird, wenn man Teil einer großen Familie ist(Elsenhans 2005: 272f.). Denn Wohlstand und Einkommen hängen dort weniger von profitabler Beschäftigung ab, sondern von Macht und Einfluss innerhalb von Regimen, in denen Einkommen klientelistisch über Patronage-Netzwerke verteilt und innerhalb der Familienverbände solidarisch gepoolt wird. Tabelle 1: Demographische Grundstrukturen im internationalen Vergleich Land/Region Wachstumsrate 2001-2015 Somalia 3,1 Deutschland-0,2 Afrika südlich 1,9 Sahara Länder mit 1,2 niedrigem und mittlerem Einkommen Länder mit 0,3 hohem Einkommen Euroland 0 Bevölkerungsanteil unter 15 (2001) in% 47,9 15,3 44 Bevölkerungsanteil über 64 (2001) 2,4 16,4 3,0 Prozentsatz der Alterskohorte, der voraussichtlich 65 wird m /w(2002) 27/33 81/90 39/44 31,6 5,7 62/69 18,4 14,3 80/90 16,2 16,5 80/90 Quelle: World Bank: World Development Indicators 2003 Angesichts letztlich endlicher Ressourcen und noch erheblicher Aufholbedürfnisse im Pro-KopfKonsum dieser Ressourcen ist eine Stabilisierung der Weltbevölkerung auf dem heutigen oder ein www.fes-online-akademie.de Seite 2 von 16
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