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Generationengerechtigkeit - eine internationale Perspektive
Entstehung
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Michael Dauderstädt Generationengerechtigkeit eine internationale Perspektive Das rechnet sich: Selbst wenn die Renten für die entlassenen Beschäftigten von den/m betroffenen Unternehmen zu zahlen wären, sänken die Lohnstückkosten, da die Renten nur bei etwa 70% der Löhne liegen. Werden nur die anteiligen 20% der Rentenversicherungsbeiträge auf die Lohnsumme umgeschlagen, so ist die Lohnstückkostensenkung noch größer. Im Ergebnis kommt es also zu einer Erhöhung der Wettbewerbsfähigkeit. Wieweit dies in der Realität funktioniert, hängt wesentlich von der durchschnittlichen Produktivitätssteigerung ab. Am Anfang, wenn man die am wenigsten produktiven Arbeitnehmer verrentet, sind die Steigerungen höher. Nach mehreren derartigen Aktio­nen dürfte es schwierig sein, noch entsprechende Steigerungen zu vollziehen. Außerdem: So schön das für die Wettbewerbsfähigkeit der verschlankten Unternehmen ist, die bei gutem Absatz ja auch wieder neue, produktivere und jüngere Arbeitskräfte einstellen können, die in Lohnsystemen mit automatischen Altersaufschlägen auch billiger sind, so problematisch kann das für die Staatsfinan­zen und sozialen Sicherungssysteme sein. Denn die Rentner zahlen ja jetzt keine Steuern und Bei­träge mehr. Kernproblem: Realtransfer von Aktiven zu Passiven Das Grundproblem der Alterssicherung liegt darin, dass dank der gestiegenen Lebenserwartung immer mehr Menschen erwarten, immer länger ohne Arbeitseinkommen auf Kosten der noch akti­ven Bevölkerung, die wegen sinkender Geburtenraten auch noch schrumpft,ausgehalten zu wer­den. Sie erwarten einen Einkommensstrom, der ihnen dann ein entsprechendes Konsumniveau er­laubt, aufgrund vonRechten, die sie entweder durch Beitragszahlungen oder durch Vermögens­bildung, in beiden Fällen also durch Konsumverzicht, erworben zu haben glauben. Dieser Glaube ist inhärent trügerisch. Die Beitragszahlungen dienen der Finanzierung der laufenden Zahlungen an die gegenwärtigen Rentner und haben insofern keinerlei wirtschaftliche Verbindung zu späteren Zahlungen an die dann in Rente befindlichen heutigen Beitragszahler. Es handelt sich vielmehr um ein politisches Versprechen. Selbst der AusdruckGenerationenvertrag ist irreführend, da die Generationen, die von den heutigen Rentnern begünstigt wurden und daher zu einer Gegenleistung verpflichtet sein könnten, schon tot sind, und die künftigen Generationen noch gar nicht leben oder noch nicht geschäftsfähig sind. Inwieweit das Versprechen eingelöst werden kann, hängt von der po­www.fes-online-akademie.de Seite 10 von 16