Michael Dauderstädt Generationengerechtigkeit – eine internationale Perspektive Es geht nur um eine Umverteilung innerhalb der künftigen Generation zwischen den erfreuten Erben und den Steuerzahlern und/oder Sparern. Würden alle Staatsschuldforderungen beim Tod des Gläubigers an den Staat zurückgegeben bzw. gelöscht, würden künftige Generationen nicht mehr belastet, allerdings auch nicht mehr beschenkt. Die eigentlich verteilungsgerechte Lösung ist offensichtlich die Anpassung des Rentenalters, da dann die Begünstigten und die Belasteten dieselben Personen sind. Sie mögen zwar schlechter gestellt sein als ihre„Vorgänger“ zu Zeiten schon hoher Lebenserwartung aber noch niedrigem Renteneintrittsalter, aber nicht schlechter als ihre Vorvorgänger, auf die das System zugeschnitten war und deren Lebenserwartung noch niedrig und dem Renteneintrittsalter angemessen war. Die Verlängerung der Lebensarbeitszeit bringt allerdings eventuell Produktivitätseinbußen mit sich, die letztlich von allen mitgetragen werden müssen, wenn durch die Weiterbeschäftigung weniger leistungsfähiger Arbeitnehmer mehr Zeit zur Produktion des gleichen Outputs aufgewandt werden muss. Bessere Lösungen jenseits der nationalen Solidargemeinschaft? Wenn wir über den nationalen Tellerrand hinausblicken, so ergeben sich eventuell zusätzliche Möglichkeiten, die Übergangsprobleme der Altersicherungssystem angesichts des demographischen Wandels zu lösen. Das Umlagesystem funktioniert nur, wenn politisch und rechtlich die entsprechenden Rechte und Pflichten festgelegt und durchgesetzt werden können. Das ist jenseits der Grenzen eines Staates nur schwer zu machen. Dazu müssten alle beteiligten Länder ihren Bürgern die gleichen Rechte und Pflichten einräumen. Wenn sich Deutschland und Somalia zu einer Solidargemeinschaft zusammenschlössen, kämen einige Millionen Menschen im aktiven Alter und nur wenige über 65 zur angeblich überalterten deutschen Bevölkerung. Ob sie allerdings viel zur Sanierung der Rentenversicherung beitragen würden, ist eher fraglich. Bleibt also noch eine andere, bekanntlich häufig genannte Option: Junge Somalis(oder andere junge Ausländer) kommen nach Deutschland und frischen so das schwindende Reservoir der Beitragszahler auf. Damit das funktioniert, müssten sie sozialversicherungspflichtige Jobs finden. Ihre Jobs sollten auch nicht zu schlecht bezahlt sein(da sonst der Beitrag zu den Sicherungssystemen gering ausfällt), was aber angesichts der zu erwartenden geringen Produktivität nicht leicht zu erreichen wäre. Denn es fällt offensichtwww.fes-online-akademie.de Seite 12 von 16
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