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Afghanistan: Rückblick 2005, Ausblick auf 2006
Entstehung
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zu dengescheiterten Staaten". Hinzu kommt, dass Afghanistan bereits vor Aus­bruch des Konflikts in den Jahren 1978/79 zu einem der am wenigsten entwickelten Staaten der Welt gehörte. So nimmt Afgha­nistan auch im Human Development Index den letzten Platz aller asiatischen Staaten ein. Das Entwicklungsbudget im Jahr 2005 betrug etwa das sechsfache des sonstigen Staatshaushalts. Insgesamt wurden somit ca. 85 Prozent des afghanischen Haushalts von ausländischen Gebern finanziert. Korruption und Vetternwirtschaft vor al­lem auch auf der offiziellen Seite- beein­trächtigten die Geschehnisse negativ. Präsi­dent Hamid Karzai setzte eine eigene Kom­mission zu deren Bekämpfung ein, die zu­nächst in den offiziellen Stellen gegen kor­rupte Beamte vorgehen soll. Aber auch an­dere staatliche Unternehmen, besonders z.B. die Fluglinie Ariana Afghan Airlines, konnten als ein großer Sumpf bezeichnet werden, den es trocken zu legen gilt. Die positiven Entwicklungen im Wirtschaftsbe­reich waren fast ausnahmslos auf private In­vestitionen, insbesondere von Exilafghanen und reichen Arabern, und auf das Engage­ment internationaler Organisationen zu­rückzuführen. NROen und Entwicklungsorganisatio­nen Wegen des Fehlens einer intakten Regie­rung hatten Nichtregierungsorganisationen (NROen) während des Konflikts den Großteil der Dienstleistungen(wie Gesundheit und Bildung) übernommen, für die eigentlich die Regierung zuständig gewesen wäre. Des Weiteren wurden die NROen in Gebieten tä­tig, in denen die Regierung die Bevölkerung nie richtig hatte erreichen können. Deren Aktivitäten reichten von humanitärer Hilfe bis hin zu konkreter Friedensarbeit. Nach dem 11. September 2001 stieg die Zahl der NROen in Afghanistan explosionsartig an. Einige der so genannten NROen sind eigent­lich profitorientiert und sollten stattdessen als Unternehmen, beispielsweise als Baufir­men, registriert sein. Durch den Erlass eines neuen NRO-Gesetzes im Juni 2005 konnte der Wildwuchs an NROen aber eingedämmt werden und viele dieser Organisationen wanderten in die Privatwirtschaft ab. Nur leichte Fortschritte bei der Bekämp­fung des Drogenanbaus Die Drogenproduktion nahm gegenüber dem letzten Jahr erneut nicht ab, obwohl mit der Zerstörung von Mohnfeldern be­gonnen wurde und Präsident Hamid Karzai dieses Thema ganz oben auf seine Agenda setzte(s.u.) wohl hauptsächlich auf inter­nationalen(und im besonderen US­amerikanischen) Druck hin. Die geringere Anbaufläche wurde durch noch effektivere Anbautechniken mehr als kompensiert. Das United Nations Office On Drugs and Crime (UNODC) warnte davor, dass Afghanistan wiederum in einen gescheiterten Staat in der Hand einer internationalen Drogenmafia degenerieren könne. Laut Internationalem Währungsfonds(IWF) basierten zwei Drittel des afghanischen Bruttosozialproduktes auf Opiumproduktion und Heroinhandel. Einige Fortschritte sind hier jedoch erkennbar, die vorsichtig optimistisch stimmen können: Die Opiumpreise sind im vergangenen Jahr seit langem erstmals wieder gefallen, was hauptsächlich darauf zurückzuführen ist, dass die Lager in Pakistan noch von der Ern­te des Jahres 2004 angefüllt sind. Das Drogenthema rückte erst im letzten Jahr in den Fokus der internationalen Auf­merksamkeit. Karzai erklärte deren Anbau den so genannten Heiligen Krieg( àáÜ~Ç). Im Osten des Landes wurde im Herbst begon­nen, Schlafmohnfelder zu zerstören(durch Gift und das Niederwalzen mit Bulldozern). Die Nachhaltigkeit dieser Herangehenswei­se, ohne über ein umfassendes Konzept mit Alternativangeboten für die Drogen anbau­enden Bauern zu verfügen, erscheint wenig vielversprechend Beispiele aus anderen Ländern, wie Kolumbien, belegen dieses. Wirtschaftliche Integration Afghanis­tans Afghanistan trat im November CAREC bei, einer Initiative, die das Wirtschaftswachstum und den Lebensstandard in dieser Region fördern soll und von der^ëá~å=aÉîÉäçéãÉåí= _~åâ(ADB) unterstützt wird. Afghanistan ist ein strategisch wichtiges Land für die ande­ren Mitglieder dieser Handelsassoziation des schnell wachsenden Marktes Zentralasien und dieser Beitritt wird gleichsam den Han­del durch Afghanistan beleben und ist somit 7