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Afghanistan: Rückblick 2005, Ausblick auf 2006
Entstehung
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als entwicklungspolitisch positiver Schritt zu beurteilen. Ebenfalls im November trat Afghanistan der SAARC bei, die 1985 mit den Zielen der wirtschaftlichen Zusammenarbeit und der Verringerung der Armut in der Region ge­gründet wurde. Allerdings existieren weit­reichende Probleme in dieser Region, wie der Kaschmir-Konflikt zwischen Pakistan und Indien und weitere bewaffnete Konflik­te in den SAARC-Mitgliedsländern(Nepal, Sri Lanka), die einen aktiven wirtschaftlichen Austausch verhindern. So öffnete beispiels­weise Pakistan auch nach dem verheeren­den Erdbeben im Oktober nicht seine Gren­ze zu Indien, sodass weiterhin kein Han­delsaustausch auf dem Landweg möglich ist. Auch die deutliche Asymmetrie des Ver­bundes mit einem Riesen Indien und vielen Zwergen wie Nepal, Malediven etc. trägt zu Schwierigkeiten hinsichtlich einer echten Kooperation bei. Statistik eines wenig entwickelten Lan­des Der VN-Entwicklungsbericht stellte Anfang des Jahres fest, dass Afghanistan zu einem der am wenigsten entwickelten Länder der Welt gehört. Die Analphabetenrate liegt bei über 75 Prozent, die Infrastruktur Straßen, Gesundheitsvorsorge, Schulen und Zugang zu den Medien- hat sich bis jetzt fast nur in den Städten und in nur wenigen ländlichen Regionen verbessert. Die Mütter- und Kin­dersterblichkeit gehört weiterhin zu den höchsten der Welt, 25 Prozent der Kinder erreichen das fünfte Lebensjahr nicht. Das Bevölkerungswachstum wurde auf fast 5 Prozent, das Durchschnittsalter auf 17,5 Jahre, die durchschnittliche Lebenserwar­tung auf 43 Jahre, die Säuglingssterberate auf 165 bei 1000 Geburten und die Kinder­zahl pro Frau auf fast 7 geschätzt(Quelle: CIA Fact Book). Die Bevölkerung von ca. 28 Millionen Men­schen hat unterschiedliche ethnische und religiöse Zugehörigkeiten(Paschtunen, Ta­dschiken, Hazaras, Usbeken, Turkmenen, Nuristani und weitere kleinere Ethnien). Ü­ber 99 Prozent sind Muslime, mit etwa 75% stellen die Sunniten hanafitischer Ausrich­tung die Mehrheit. Themen wie Familienplanung werden wei­terhin größtenteils tabuisiert und auch die Gefahr der Behinderung von Kindern inhen, die häufig zwischen engen Verwand­ten geschlossen werden, wird erst sehr vor­sichtig diskutiert. Diese Information stieß auf vehemente Gegenwehr, da die traditio­nellen familieninternen Verbindungen eine enorme wirtschaftliche Bedeutung haben. Millennium Development Goals Die Millennium Development Goals(MDG) der Vereinten Nationen wurden neben den acht Zielen Bekämpfung von Hunger und extremer Armut, Möglichkeit der Primar­schulbildung für alle, Förderung von Gleich­berechtigung und Stärkung der Frauen, Ver­ringerung der Kindersterblichkeit, Verringe­rung der Müttersterblichkeit, Bekämpfung von AIDS, Malaria und anderen Seuchen, Si­cherung einer nachhaltigen Umwelt und die Förderung einer globalen Entwicklungspart­nerschaft um eine neunte Säule auf Initiati­ve Afghanistans erweitert. Demnach fordert Afghanistan als neuntes Ziel der MDG Si­cherheit als grundlegende Voraussetzung für eine erfolgreiche Entwicklung. Verfassungsmäßige Gleichberechtigung und positive Entwicklungen In der 2004 verabschiedeten Verfassung ist die Gleichberechtigung von Männern und Frauen verankert. Für das Parlament wurde eine Quote von mindestens 25 Prozent bzw. 68 Parlamentarierinnen festgelegt. Bei der äçó~=àáêÖ~ im Jahr 2002 hatte der Frauenan­teil noch bei 12 Prozent gelegen, was als Zugeständnis an den internationalen Druck zu werten war, da die Ratsversammlung bis dahin stets von Männern dominiert worden war. Bei der verfassungsgebenden Ver­sammlung im Dezember 2003/ Januar 2004 lag der Frauenanteil bereits bei im­merhin etwa 20 Prozent, unter ihnen 25 di­rekt vom Präsidenten bestimmte Vertrete­rinnen der Zivilgesellschaft. Dieses waren erste hoffnungsvolle Schritte in Richtung ei­ner gleichberechtigten Partizipation von Frauen. Die Beteiligung von Frauen bei den diesjährigen Wahlen sowohl als Wählerin­nen als auch als Kandidatinnen lässt eben­falls darauf schließen, dass hier ein Umden­ken stattfindet. Auch die Wahlergebnisse des Kabuler Provinzrates sind unter diesem 8