als entwicklungspolitisch positiver Schritt zu beurteilen. Ebenfalls im November trat Afghanistan der SAARC bei, die 1985 mit den Zielen der wirtschaftlichen Zusammenarbeit und der Verringerung der Armut in der Region gegründet wurde. Allerdings existieren weitreichende Probleme in dieser Region, wie der Kaschmir-Konflikt zwischen Pakistan und Indien und weitere bewaffnete Konflikte in den SAARC-Mitgliedsländern(Nepal, Sri Lanka), die einen aktiven wirtschaftlichen Austausch verhindern. So öffnete beispielsweise Pakistan auch nach dem verheerenden Erdbeben im Oktober nicht seine Grenze zu Indien, sodass weiterhin kein Handelsaustausch auf dem Landweg möglich ist. Auch die deutliche Asymmetrie des Verbundes mit einem Riesen Indien und vielen Zwergen wie Nepal, Malediven etc. trägt zu Schwierigkeiten hinsichtlich einer echten Kooperation bei. Statistik eines wenig entwickelten Landes Der VN-Entwicklungsbericht stellte Anfang des Jahres fest, dass Afghanistan zu einem der am wenigsten entwickelten Länder der Welt gehört. Die Analphabetenrate liegt bei über 75 Prozent, die Infrastruktur – Straßen, Gesundheitsvorsorge, Schulen und Zugang zu den Medien- hat sich bis jetzt fast nur in den Städten und in nur wenigen ländlichen Regionen verbessert. Die Mütter- und Kindersterblichkeit gehört weiterhin zu den höchsten der Welt, 25 Prozent der Kinder erreichen das fünfte Lebensjahr nicht. Das Bevölkerungswachstum wurde auf fast 5 Prozent, das Durchschnittsalter auf 17,5 Jahre, die durchschnittliche Lebenserwartung auf 43 Jahre, die Säuglingssterberate auf 165 bei 1000 Geburten und die Kinderzahl pro Frau auf fast 7 geschätzt(Quelle: CIA Fact Book). Die Bevölkerung von ca. 28 Millionen Menschen hat unterschiedliche ethnische und religiöse Zugehörigkeiten(Paschtunen, Tadschiken, Hazaras, Usbeken, Turkmenen, Nuristani und weitere kleinere Ethnien). Über 99 Prozent sind Muslime, mit etwa 75% stellen die Sunniten hanafitischer Ausrichtung die Mehrheit. Themen wie Familienplanung werden weiterhin größtenteils tabuisiert und auch die Gefahr der Behinderung von Kindern in Ehen, die häufig zwischen engen Verwandten geschlossen werden, wird erst sehr vorsichtig diskutiert. Diese Information stieß auf vehemente Gegenwehr, da die traditionellen familieninternen Verbindungen eine enorme wirtschaftliche Bedeutung haben. Millennium Development Goals Die Millennium Development Goals(MDG) der Vereinten Nationen wurden neben den acht Zielen Bekämpfung von Hunger und extremer Armut, Möglichkeit der Primarschulbildung für alle, Förderung von Gleichberechtigung und Stärkung der Frauen, Verringerung der Kindersterblichkeit, Verringerung der Müttersterblichkeit, Bekämpfung von AIDS, Malaria und anderen Seuchen, Sicherung einer nachhaltigen Umwelt und die Förderung einer globalen Entwicklungspartnerschaft um eine neunte Säule auf Initiative Afghanistans erweitert. Demnach fordert Afghanistan als neuntes Ziel der MDG Sicherheit als grundlegende Voraussetzung für eine erfolgreiche Entwicklung. Verfassungsmäßige Gleichberechtigung und positive Entwicklungen In der 2004 verabschiedeten Verfassung ist die Gleichberechtigung von Männern und Frauen verankert. Für das Parlament wurde eine Quote von mindestens 25 Prozent bzw. 68 Parlamentarierinnen festgelegt. Bei der äçó~=àáêÖ~ im Jahr 2002 hatte der Frauenanteil noch bei 12 Prozent gelegen, was als Zugeständnis an den internationalen Druck zu werten war, da die Ratsversammlung bis dahin stets von Männern dominiert worden war. Bei der verfassungsgebenden Versammlung im Dezember 2003/ Januar 2004 lag der Frauenanteil bereits bei immerhin etwa 20 Prozent, unter ihnen 25 direkt vom Präsidenten bestimmte Vertreterinnen der Zivilgesellschaft. Dieses waren erste hoffnungsvolle Schritte in Richtung einer gleichberechtigten Partizipation von Frauen. Die Beteiligung von Frauen bei den diesjährigen Wahlen sowohl als Wählerinnen als auch als Kandidatinnen lässt ebenfalls darauf schließen, dass hier ein Umdenken stattfindet. Auch die Wahlergebnisse des Kabuler Provinzrates sind unter diesem 8
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