Mittelstandsfinanzierung in Deutschland gewachsen ist. Diese Situation verschärft sich weiter durch die EU-Osterweiterung, zumal die Produktionskosten in den Beitrittsländern auf absehbare Zeit teilweise deutlich günstiger sind. Die stärkere Einbeziehung der ehemaligen RGW-Staaten und der asiatischen Länder in den Welthandel stellt ebenfalls zusätzliche Anforderungen an KMU. Schließlich ändert sich die Produktionsstruktur in vielen Branchen: Die Konzentration auf sog. Kernkompetenzen führt zu zusätzlicher Nachfrage nach Zulieferungen, was erst einmal für KMU günstig sein kann. Allerdings wächst nicht die Nachfrage nach einzelnen Komponenten, sondern zunehmend nach Systemlösungen, für die KMU dann häufig wieder zu spezialisiert sind. Zudem hat die Spezialisierung in einigen Industrien zu einer verstärkten Abhängigkeit von einzelnen Herstellern geführt. Durch diese Abhängigkeit sind Hersteller in vielen Fällen in der Lage, den Zulieferern die Preise zu diktieren. In einigen Industrien, wie beispielsweise in der Automobilzuliefererindustrie, 27 ist als Folge in den letzten Jahren ein Preiskampf ausgebrochen. Gerade deshalb müssen öffentliche Fördermaßnahmen in diesen Industrien mit Augenmaß vorgenommen werden. Sie sollten nicht dazu führen, den Marktaustritt von Unternehmen, die zu unwirtschaftlichen Bedingungen am Markt agieren zu verlängern, mit der Folge dass andere Unternehmen ebenfalls unter Druck geraten, staatliche Hilfe in Anspruch zu nehmen. 3 Maßnahmen 3.1 Strukturelle Maßnahmen Die Finanzkrise legt wiederholt die Gefahren offen, die mit der geringen Eigenkapitalausstattung der KMU verbunden sind. Der Managerkreis empfiehlt daher, dass Strukturen geschaffen werden, die eine bessere Eigenkapitalversorgung der KMU gewährleisten. Für die einzelnen Finanzierungsformen Fremdkapital, Eigenkapital sowie Mischformen wie Mezzanine müssen die gleichen Ausgangsbedingungen bestehen. Die mit der Unternehmenssteuerreform im Jahr 2008 eingeführte Abgeltungssteuer benachteiligt allerdings die Finanzierung durch Eigenkapital gegenüber Fremdkapital. 28 Denn Fremdkapitalzinsen wirken sich im Jahresabschluss steuermindernd aus und werden beim Anleger ausschließlich mit der Abgeltungssteuer von 26,4% besteuert. 29 Eigenkapitalerträge werden hingegen zweimal belastet. Der Unternehmensgewinn wird im Normalfall mit 29,8% besteuert. 30 Im Zusammenspiel mit der Abgeltungsteuer führt dies zu einem effektiven Steuersatz von 48,3%. 31 Diese Benachteilung verstößt gegen das Prinzip der Finanzierungsneutralität und erhöht den Anreiz, Unternehmensgewinne in Form von Zinsen auf Gesellschafterdarlehen zu zahlen 32 . Dies wiederum führt zu einer Verschlechterung der bereits jetzt zu niedrigen Eigenkapitalquote. Der Managerkreis hat im Thesenpapier„Finanzinvestoren in Deutschland“ bereits 2006 umfassend dargestellt, wie wichtig Private-Equity-Investoren als Kapitalquelle für Unternehmen sind. Pivate-Equity-Investoren sollen hier als Oberbegriff für sämtliche EigenkapitalAnlageformen verstanden werden, d.h. Buyouts, Venture Capital/Business Angels und Mezzanine. 33 Allerdings ist das von einigen Private-Equity-Gesellschaften praktizierte Geschäftsmodell durch eine höhere Verschuldung, Sonderausschüttungen sowie hohen Beratungshonoraren das eingesetzte Kapital möglichst schnell zurückzuerhalten, für die dünne Kapitaldecke(in einigen 27 Vgl. Handelsblatt(03.02.2009). 28 Vgl. Kaserer, C.(2008) I S.30. 29 Vgl. 25% Abgeltungssteuer+ 5% Solidaritätszuschlag von 25%. 30 Vgl. 14% Gewerbesteuer bei einem Referenz-Hebesatz von 400 Prozentpunkten+ 15% Körperschaftssteuer+ 5% Solidaritätszuschlag von 15%. 31 1-(1-29,8%) x(1-26,4%). 32 Vgl. Kaserer, C.(2008), S.31. 33 Vgl. Bundesverband Deutscher Kapitalbeteiligungsgesellschaften(2009). 8
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