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Die Qaul der Wahl : bedroht Wählerapathie Botswanas Demokratie?
Entstehung
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Prozent 100 90 80 70 60 50 40 30 20 10 0 1965 1969 1974 1979 1984 1989 1994 1999 2004 Stimmen Sitze Abbildung 2: Simmenanteil der BDP und Anteil ihrer Sitze in der Nationalversammlung mationsgrundlage die Wahlbeteiligung heranzieht, wird Botswana als relativ un­demokratisches System ansehen. Auf­grund des Mehrheitswahlrechts nach briti­schem Vorbild stützten sich lediglich zwei der neun Regierungen auf eine Mehrheit der Stimmen der registrierten Wähler. Zählt man dann noch die verbliebenen Wahlberechtigten hinzu, entsprach nur eine einzige Regierung, und zwar die aller­erste, einer Herrschaft der Mehrheit (Abbildung 2). Außerdem hat sich gezeigt, dass Nichtwählen in Botswana durchaus un­gleich verteilt ist. Es ist daher anzuneh­men, dass die Präferenzen dieser Grup­pen vor allem der jüngeren Generation in geringerem Maße in die Politikformu­lierung der Regierung einfließen, als es ihrem Gewicht in der Bevölkerung entsprä­che. Allein, für eine solche Behauptung fehlt der empirische Nachweis. Und eine hohe Wahlbeteiligung alleine bedingt noch keine Regierung, die sich an den Bedürf­nissen der Bevölkerung orientiert. Vor dem Hintergrund der schwach entwickelten Zivilgesellschaft bleiben Wahlen jedoch weiterhin das wichtigste Instrument poli­tischer Einflussnahme. Warum also bleibt über die Hälfte der Batswana am Wahltag zuhause? Erklärungsansätze Auf diese Frage gibt es unterschiedliche Antworten, die sich grob in drei Ansätze untergliedern lassen. Eine erste Gruppe von Beobachtern macht Botswanas feh­lende demokratische Kultur für die mangelnde Partizipation verantwortlich. Vor dem Hintergrund des Wahlsystems und der Alternativen betont eine weitere Reihe von Argumenten die grundlegende Irrationalität des Wählens. Schließlich sieht ein letzter Ansatz die Hauptursache für das Ausbleiben der Wähler in ab­schreckenden Vorschriften und Proze­duren. Politische Kultur Politisches Handeln beginnt mit politisch­em Denken. Die Entscheidung, wählen zu gehen, hängt zunächst von einer positiven Einstellung zur Demokratie und ihrer Teil­habemöglichkeiten sowie ausreichendem politischen Wissen ab. Vor allem aber müssen die Bürger sich als politische Ak­teure wahrnehmen. Nur eine politische 4