Tabelle 12: Mitteilungsblätter der Berufssekretariate im Baugewerbe – Mitte der 1920er Jahre Organisation BI IUH Maler-Sekretariat Steinarbeiter-Sekretariat Publikation BauarbeiterInternationale Bulletin Mitteilungsblatt Bericht Erscheinungsweise unregelmäßig unregelmäßig unregelmäßig vierteljährlich Sprachen Auflage* 4 2.500 5 4.000 2 350 3(?) * Angaben nach Drittes Jahrbuch des Internationalen Gewerkschaftsbundes. 1925, Amsterdam 1925, Tab. I. Quelle: Drittes Jahrbuch des Internationalen Gewerkschaftsbundes. 1925, Amsterdam 1925, Tab. I; Fünftes Jahrbuch des Internationalen Gewerkschaftsbundes. 1927, Teil I, Amsterdam 1927, S. 90, Tab. V. Im Unterschied zur Bauarbeiter-Internationale zog die Internationale Union der Holzarbeiter (IUH) Konsequenzen aus dem Kriegspatriotismus des deutschen Verbandes. Ende 1919 wurde der Sitz nach Amsterdam verlegt(bis zur Sitzverlegung nach Berlin 1930) und der Holländer Cornelis Woudenberg, seit 1919 besoldeter Vorsitzender des holländischen MöbeltischlerVerbandes und Redakteur des Verbandsblattes"Ons Fakblad", zum Sekretär der IUH ernannt. Auch dieses Berufssekretariat gab sich 1922, als der erste Nachkriegskongress stattfinden konnte, ein Statut, das die Organisation stärker formalisierte. Vorschläge zu einer Fusion mit der BI wurden von der Mehrheit der Mitglieder trotz der erheblichen organisatorischen Schwäche der IUH Anfang der 20er Jahre jedoch zurückgewiesen. Als Hindernis für einen Zusammenschluss – nicht nur in diesem Fall – erwies es sich, dass auf nationaler Ebene die Holzarbeitergewerkschaften noch überwiegend eigenständige, berufsorientierte Organisationen waren. Hingegen war es insbesondere der Verlust an eigenständigen Straßenbauarbeiter-Verbänden, der die Existenz des Internationalen Sekretariats der Straßenbauarbeiter beendet. Es bestand Anfang der 1920er Jahre faktisch nur noch aus Gewerkschaften aus Belgien, Deutschland, den Niederlanden und der Schweiz, die auf einer Konferenz in Köln am 19.-21.12.1921 eine Weiterführung des Verbandes als aussichtslos ansahen und den Beitritt der Mitgliedsverbände an das Internationale Sekretariat der Steinarbeiter empfahlen. 127 Das Steinarbeiter-Sekretariat, dessen Sekretär, Robert Kolb, und dessen Sitz in Zürich vom ersten Nachkriegskongress am 20.-22. August 1921 bestätigt wurde, bewahrte trotz Fusionsangebote der BauarbeiterInternationale bis 1946 seine organisatorische Eigenständigkeit. Auch in diesem Fall basierte die organisatorische Unabhängigkeit – trotz relativ geringer Mitgliederzahl(1921: 162.000) – in erster Linie auf der Mitgliederstruktur. Die Mehrzahl der nationalen Organisationen waren in den 20er Jahren noch eigenständige Steinarbeitergewerkschaften, die von einer Fusion den Verlust an beruflicher Interessenwahrnehmung befürchteten. Die Befürchtung, berufsspezifische Interessen nicht mehr im gewohnten Maße vertreten zu können, war es auch, die bei den Mitgliedern des Internationalen Sekretariats der Maler und verwandten Berufe eine Verschmelzung bis 1946 blockierte – trotz prinzipieller Zustimmung 127 Vgl. Alexander Knoll: Geschichte der Straße und ihrer Arbeiter. Geschichte der Organisation der Straßenbauarbeiter, 3. Bd.: Die Zünfte, der Verband, die Internationale, die Unternehmerorganisationen, Leipzig 1930, S. 562-565, hier S. 564 f. 65
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Bauarbeitergewerkschaften in Deutschland und internationale Vereingungen von Bauarbeiterverbänden (1869 - 2004) : Protokolle, Berichte, Zeitungen ; ein Bestandsverzeichnis der Bibliothek der Friedrich-Ebert-Stiftung
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