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Jugend wählt : Perspektiven junger Menschen auf Wahlalter, politische Informationen und Parteien bei der Europawahl 2024
Entstehung
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3.2  PRÄFERIERTES WAHLALTER FÜR VERSCHIEDENE WAHLEBENEN Wechseln wir damit die Ebene weg von der eigenen Betroffenheit hin zu den Wahrnehmungen und Bewertun­gen rund um das Wahlalter insgesamt. Welches Wahlalter würden sich junge Menschen auf verschiedenen Wahl­ebenen wünschen? Wir haben die Teilnehmenden an der Jugendstudie zur Europawahl 2024 für verschiedene Wahlebenen Kommunalwahlen, Landtagswahlen, Bun­destagswahlen, Europawahlen gefragt, wo dort jeweils das Wahlalter ihrer Meinung nach liegen sollte. Bei den Antwort­kategorien haben wir uns an aktuellen Debatten, aber auch an historischen Entwicklungen orientiert und daher 0, 14, 16, 18 und 21 Jahre als Optionen angeboten: Während die Alterskategorien 16, 18 und 21 aktuellen bzw. historischen Realitäten entsprechen, wird eine wei­tere Absenkung auf 14 Jahre von einzelnen Parteien(etwa seitens der Linken) gefordert. Ein Wahlalter von 0 Jahren haben wir aufgenommen, da es immer wieder entspre­chende Debatten und auch parteiübergreifende Initiativen aus dem Bundestag heraus gab, die ein Wahlrecht ab Geburt fordern(Faas/Roßteutscher 2023). Wie Abbildung 5 zeigt, konzentrieren sich die Antworten grundsätzlich auf die beiden aktuell sichtbarsten Optio­nen 16 und 18 Jahre. Für ein Wahlalter ab 0 Jahren findet sich praktisch keine Unterstützung; für die beiden Optio­nen 14 und 21 Jahre nur unwesentlich stärkere. Wenn wir uns die beiden Optionen 16 vs. 18 Jahre anschauen, sehen wir je nach Wahlebene deutliche Unterschiede. Für Kom­munalwahlen wird mit großer Mehrheit ein Wahlalter ab 16 Jahren unterstützt; auch für Landtags- und Europawah­len findet das auf 16 Jahre abgesenkte Wahlalter noch mehrheitlich Unterstützung, wenn auch mit kleiner wer­dendem Abstand zwischen beiden Optionen. Wenn es aber um die Bundestagswahl geht, dreht sich das Muster um: Hier wird ein Wahlalter von 18 Jahren mehrheitlich bevor­zugt. Insgesamt unterstützen junge Menschen damit mehr­heitlich den Status quo was wohl auch bedeutet, dass sie gar keine allzu feste Meinung zum Thema haben und sie in der Folge auch keinen starken Reformwillen entwickeln. Es scheint dann für viele erst einmal naheliegender, beim Status quo zu bleiben. Über dieses Gesamtbild hinaus zeigen sich bemerkens­werte und offenkundig auch unterschiedlich motivierte Differenzen zwischen verschiedenen Teilgruppen junger Menschen. Wenn wir exemplarisch das gewünschte Wahl­alter bei Europawahlen betrachten(Abbildung 6), so ­zeigen sich dort zunächst deutliche, mit dem Alter der Be­­fragten verbundene Unterschiede:Ältere junge Men­schen(zwischen 18 und 20 Jahren) unterstützen auch bei Europawahlen mehrheitlich ein Wahlalter von 18; das ist bei den jüngeren Befragten nicht der Fall. Die größte Unter­­stützung für das Wählen ab 16 finden wir bei 16- und 17-Jährigen. ­Offenkundig hat die Unterstützung für solche Reformen etwas mit eigenen Interessen zu tun. Das sieht Ideales Wahlalter bei der Europawahl nach Alter bzw. formaler Bildung Hin und wieder wird ja diskutiert, was das Mindestwahlalter bei verschiedenen Wahlen sein sollte. Ab welchem Alter sollten Ihrer Meinung nach Menschen bei den folgenden Wahlen ihre Stimme abgeben dürfen? [Vorgegebene Antwortkategorien: 0 Jahre, 14 Jahre, 16 Jahre, 18 Jahre, 21 Jahre.] Verteilung auf einzelne Antwortkategorien in Prozent nach Alter 70 60 50 40 30 20 10 0 Alter: 15 Alter: 16/17 Alter: 18/20 nach formaler Bildung Abitur: nein Abitur: ja 0 Jahre 14 Jahre 16 Jahre 18 Jahre 21 Jahre QUELLE: Jugendwahlstudie zur Europawahl 2024, eigene Darstellung. Abb. 6 FRIEDRICH-EBERT-STIFTUNG 11