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Wie funktioniert die Europäische Union? : das Europäische Parlament im Fokus
Entstehung
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Vorwort Liebe Leserin, lieber Leser, die Europäische Union steht für ein Versprechen mit vielen Facetten: für europaweiten Frieden, für Teilhabe am Wohl­stand durch gemeinsame Märkte, aber auch für Kooperation und gemeinsame Lösungen in einer Welt, die zunehmend aus den Fugen zu geraten droht. Die Herausforderungen sind gewaltig: Kriege, Klimakrise, Aufstieg von autoritären ­Regimen und Angriffe auf Demokratie und Rechtsstaatlichkeit, Migration, Wettbewerbsfähigkeit und digitale Trans­for­mation, technologische Souveränität, ungleiche Lebensbedingungen alles Probleme, die wir gemeinsam als Europäi­sche Union besser adressieren können als aus den Nationalstaaten heraus. »In Vielfalt geeint« so bringt die Europäische Union ihr Selbstverständnis auf den Punkt. Das Europäische Parlament, das sowohl im französischen Straßburg wie auch im belgischen Brüssel tagt, ist der Ort, an dem diese Devise tagtäg­lich in konkrete Politik umgesetzt wird. Seit 1979 wird es von den Bürgerinnen und Bürgern der EU direkt gewählt. Hier wird debattiert, gestritten und entschieden im Namen von über 450 Millionen Menschen. In meiner Zeit als Präsident des Europäischen Parlaments habe ich besonderen Wert darauf gelegt, das Parlament gegenüber den anderen Institu­tionen zu stärken, um Europas Demokratisierung und Bürgernähe zu festigen. In Straßburg wird die Wirklichkeit europäischer Demokratie greifbar, jenseits aller abstrakten Diskurse: Im vielsprachi­gen Echo, das im Innenhof des Louise-Weiss-Gebäudes widerhallt, und in den lebendigen Debatten unter der markanten Kuppel des Plenarsaals. Hier wird entschieden, wie das Europa von morgen aussehen soll. Straßburg ist Symbol und ge­lebte Wirklichkeit zugleich: eine Stadt im Herzen Europas, die für die Aussöhnung zwischen Frankreich und Deutschland steht und damit exemplarisch für den europäischen Frieden. Diese Broschüre möchte Ihnen nahebringen, welche Rolle das Europäische Parlament im Konzert der EU-Institutionen spielt. Ich wünsche Ihnen eine anregende Lektüre! Martin Schulz Vorsitzender der Friedrich-Ebert-Stiftung Vorwort 3