Interview mit der Europaabgeordneten Sabrina Repp Wie hat Dein politisches Engagement begonnen? Mein politisches Engagement begann schon in der Schulzeit, als ich mich in der Schülervertretung für die Interessen meiner Mitschüler_innen stark gemacht habe. Später habe ich mich bei den Jusos, der Jugendorganisation der SPD, engagiert, weil mir soziale Gerechtigkeit, Chancengleichheit und ein solidarisches Miteinander am Herzen liegen. Diese Dinge passieren nicht von allein – man muss sie aktiv angehen. Der Wunsch, etwas zu verändern, treibt mich bis heute an. Auch die Erfahrungen meiner Eltern nach der Wende haben mich geprägt. Arbeitslosigkeit und Armut waren für sie eine große Herausforderung und haben mir gezeigt, wie wichtig es ist, für diejenigen einzutreten, die es schwerer haben. Mein Ziel ist es, ihnen mehr Chancen und die Möglichkeit zur Teilhabe zu eröffnen – und dafür muss Politik die Menschen mitnehmen und ihre Sorgen ernst nehmen. Wie kam es, dass Du als Kandidatin für die Europawahl 2024 nominiert wurdest? Die Nominierung war für mich ein unglaublich spannender Prozess. Meine Partei suchte eine Stimme, die nicht nur junge Perspektiven vertritt, sondern auch die Verbindung zwischen ländlichen Regionen und europäischen Themen herstellt. Ich habe mich dafür beworben, weil ich sicher bin, dass Europa vor Ort beginnt – ob in Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt oder anderswo. Die Unterstützung, die ich während des Prozesses erfahren habe, hat mich sehr ermutigt, und letztlich war es eine große Ehre, als Kandidatin ins Rennen zu gehen. Als Du nach der Europawahl nach Brüssel kamst, wie waren da Deine ersten Eindrücke? Was war vielleicht anders als erwartet? Brüssel ist beeindruckend und manchmal auch überwältigend – eine Stadt voller Dynamik, Geschichte und natürlich Politik. Besonders die Vielfalt der Menschen und Themen war beeindruckend. Was mich überrascht hat, war, wie viel Arbeit hinter den Kulissen stattfindet: Sitzungen, Verhandlungen, Koordination – es ist eine komplexe Maschinerie. Gleichzeitig fand ich es motivierend, wie viele Menschen wirklich daran arbeiten, Europa voranzubringen. Wie»lernt« man eigentlich Europaabgeordnete? Bestimmt nicht aus Büchern und YouTubeTutorials, oder? Nein, auf diesen Job kann man sich nicht aus Büchern oder mit der Serie »Das Parlament« vorbereiten. Man lernt vor allem durch praktische Erfahrung, viel Austausch mit Kolleg_innen und ein starkes Team, das einem den Rücken stärkt. Es ist eine steile Lernkurve, aber auch unglaublich spannend – man wächst immer wieder über sich hinaus. Ein wichtiger Teil des Lernens ist auch, zuzuhören – den Menschen, den Expert_innen und den politischen Mitstreiter_innen. Bleibt Dir überhaupt noch Freizeit und wenn ja, was machst Du dann am liebsten? Freizeit ist knapp, aber ich achte darauf, mir bewusst Pausen zu nehmen. In meiner freien Zeit bin ich am liebsten draußen – beim Spazierengehen an der Ostsee oder einfach in der Natur beim Rennradfahren oder Wandern. Familie und Freunde zu sehen, ist für mich auch ein wichtiger Ausgleich. In welchen Ausschüssen und an welchen Themen arbeitest Du? Ich bin Mitglied im Ausschuss für Regionale Entwicklung(REGI) und im Ausschuss für Bildung und Kultur(CULT). Weiterhin bringe ich mich auch im Ausschuss für die Rechte der Frau und die Gleichstellung der Geschlechter(FEMM) ein. Ich freue mich sehr, in diesen Ausschüssen Themen zu bearbeiten, die mir am Herzen liegen: gleichwertige Lebensverhältnisse in der Europäischen Union, gemeinsame Investitionen in Infrastruktur und Wirtschaft, Zusammenarbeit in Grenzregionen, Förderung junger Menschen in Bildung und Kultur, Jugendaustausche und natürlich Geschlechtergerechtigkeit auf allen Ebenen. Du gehörst zu einer neuen Generation im Europäischen Parlament. Macht das die Arbeit leichter – oder rennst Du manchmal auch gegen Wände an? Interview mit der Europaabgeordneten Sabrina Repp 17
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Wie funktioniert die Europäische Union? : das Europäische Parlament im Fokus
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