25 Roland Roth Zivilgesellschaft und die Zukunft der Demokratie Der Begriff Zivilgesellschaft macht in der gegenwärtigen politischen Debatte und in der politischen Bildung nur Sinn, wenn zweierlei gelingt: Einmal muss sein normativer Anspruch als kritischer Maßstab zur Analyse gesellschaftlicher Entwicklungen und als Orientierung für gewünschte Verhaltensweisen der Bürgerinnen und Bürger im Sinne von Toleranz und Zivilität herausgearbeitet werden. Zum anderen bedarf es auf der anderen Seite einer klaren Empirie. Wir müssen wissen, wovon wir reden, welche Aspekte, welche Bereiche, welche Organisationen, welche Lebenssphären weisen wir eigentlich dem Titel Zivilgesellschaft zu, und wo machen wir Halt; was zählen wir nicht mehr dazu und wie beurteilen wir die gegenwärtigen Verhältnisse anhand des Maßstabs Zivilgesellschaft. Das heißt, für uns ist wichtig, dass wir den Abstand zwischen Sein und Sollen im Blick behalten, zwischen Verfassungswirklichkeit und Verfassungsnorm.
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