6 private und ausländische Partner von der staatlichen Ölgesellschaft Pemex für die Entwicklung von natürlichen Energiequellen unter Vertrag genommen werden können. Angesichts der nach den Wahlen 2003 nun noch größeren Anzahl von Abgeordneten und Senatoren in den Reihen der PRI und der PRD, die die Regierungslinie mehrheitlich ablehnt, sind die Aussichten auf eine Annäherung der Positionen noch geringer geworden. Die innenpolitischen und die internationalen Interessen am mexikanischen Energiesektor stehen sich höchst kontrovers gegenüber. Die hochgesteckten Erwartungen internationaler Energieunternehmen wie ExxonMobil, Total oder PetroFES-Analyse: Mexiko bras, sich am bisher staatlich geschützten mexikanischen Energiemarkt beteiligen zu können, werden ohne Überwindung der innenpolitischen Konfrontationspolitik durch einen politischen Kompromiss in der neuen Legislaturperiode nicht erfüllt werden. Die aktuellen Debatten, wie man den weltweit siebtgrößten Ölkonzern Pemex stärken, Arbeitsplätze vermehren und Lehren aus Erfahrungen anderer Länder ziehen kann, gehen natürlich von auch ideologisch unterschiedlichen Positionen über die Rolle des Marktes und staatlicher Wirtschaftsaktivität und-lenkung aus. Hier gelten oft statt rationaler Argumente auf beiden Seiten noch immer die traditionellen Beißreflexe verknöcherter Staatsbürokratien und hemmungsloser Marktapologeten. Korruptionsbekämpfung Der Kampf gegen die Korruption spielt sich weitgehend auf dem Papier ab. Das über 70jährige Machtmonopol einer Partei, die mit ihr verwachsene Bürokratie und Wirtschaftselite und mithin alte Seilschaften, Beziehungsnetze und nachgerade kulturelle Gewohnheiten eines autoritär-paternalistischen Systems bilden zumal angesichts der höchst ungerechten Einkommens- und Besitzverteilung eine zähe und geradezu undurchdringliche Struktur von Korruption und Filz. Die Bereicherungsorgien auch höchster politischer Würdenträger der PRI-Herrschaft in den vergangenen Dekaden hatten selbst für lateinamerikanische Verhältnisse ungewöhnliche Ausmaße angenommen. Die„kleine“ Korruption der unteren Ränge, vom einfachen Polizisten bis zum mittleren Verwaltungsbeamten, erreichen dabei gesamtwirtschaftlich längst nicht diese Dimensionen, sind aber im Alltag für jedermann spürbar und ärgerlich. In einer Kampagne zur Korruptionsbekämpfung versprach das Ministerium für Kontrolle und Administrative Entwicklung(SECODAM) eine Reihe von Maßnahmen, um Bevölkerung und Verwaltung für eine Kultur der Transparenz überhaupt erst einmal zu sensibilisieren. Die Kampagne war stark medienorientiert, um die nationale und internationale Öffentlichkeit vom Willlen der Regierung zu überzeugen. Die Regierung weist vor allem auf die hohen finanziellen Verluste der Korruption hin, insgesamt 9,5% des mexikanischen Bruttoinlandsproduktes. Die Organisation Transparency International platzierte Mexiko im Jahr 2002 auf Rang 57 von insgesamt 102 untersuchten Ländern in seinem Länderkorruptionsindex und belegte diese Einschätzung durch die konkrete Benennung finanzieller Verluste. 14 Prozent seines jährlichen Einkommens zahlt ein durchschnittlicher mexikanischer Haushalt für Bestechungen im öffentlichen und privaten Dienstleistungsbereich. Dabei handelt es sich um alltägliche Belange wie etwa die Einschulung eines Kindes oder ein Telefonanschluss. Das Gesetz über die Verantwortlichkeit öffentlicher Angestellter(2002) soll ein
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