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Mexiko : Zwischenbilanz nach dem Machtwechsel
Entstehung
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FES-Analyse: Mexiko 11 Die neuntgrößte Handelsnation der Welt ist arm Mexiko gilt heute als neuntgrößte Handelsnation der Welt. In den letzten zwei Jahrzehnten durch­lebte das Land einen fundamentalen Umbruch seiner wirtschaftlichen Ausrichtung. Nach der schweren Finanz- und Wirtschaftskrise im Jahr 1982 setzt die Wirtschaftspolitik aller seitherigen Präsidenten auf Abbau von Subventionen, Pri­vatisierung staatlicher Unternehmen, Rückzug des Staates aus dem Wirtschaftsprozess und Handelsliberalisierung. Das Inkrafttreten des Nordamerikanischen Freihandels-Abkommens (NAFTA) im Jahr 1994 symbolisiert die stär­kere Außenorientierung Mexikos. Diese neue Politik brach mit der traditionellen innenpoli­litisch ausgerichteten Politik der Integration und des sozialen Ausgleichs. Bleibendes Symbol dieses Bruchs stellt die 1992 erfolgte Aufhebung der verfassungsrechtlich verankerten Unveräußer­barkeit der ejidos dar, des bundesstaatlichen Land­besitzes, der von campesinos bearbeitet wird. Die Fox-Regierung setzt die liberale außenorien­tierte Wirtschaftspolitik vorangegangener PRI­Regierungen fort und entscheidet sich damit für eine Strategie, die seit ihrer Einführung die Struk­turprobleme und die Armut des Landes nicht überwinden konnte. Attraktiver Wirtschaftsstandort versus steigende Armut Mexikos Pro-Kopf-Einkommen von 8.430 US­Dollar(2001) ist in den letzten Jahrzehnten fast kontinuierlich gestiegen. Im sozialpolitischen Be­reich weist das Land ebenfalls wichtige Entwick­lungsschübe auf. Nach dem UN Human De­velopment(UNHD)-Index ist Mexikos Analpha­betenrate in den letzten Jahren kontinuierlich gesunken, die allgemeine Schulbildung vor allem auch unter den Frauen gestiegen, die Geburten­rate von 6,5 in den Jahren zwischen 1970 und 1975 auf 2,5 im Jahr 2001 gefallen und die Le­benserwartung gewachsen. Im lateinamerikani­schen Vergleich bleibt Mexiko jedoch im Mit­telfeld des UNHD Index von 2002 angesiedelt (Platz 55 von 173 Ländern), abgeschlagen hinter Argentinien(Rang 34), Uruguay, Costa Rica und Chile. Das größte spanischsprachige Land der Welt ist einer der stabilsten Märkte Lateinameri­kas, bestätigen die zahlreichen ausländischen In­vestoren. Mexikos Wirtschaft blieb von der schwe­ren Krise einiger südamerikanischer Länder wie Argentinien, Uruguay, Venezuela oder auch der unsicheren Lage in Brasilien im Jahre 2002 unbe­rührt. Einige Kommentatoren meinen angesichts dieser Entwicklung, dass Mexiko nicht länger als lateinamerikanische Wirtschaft bezeichnet wer­den könne. Die Inflationsrate ist mit 5,2% für 2002 niedrig, wenn auch etwas höher als vor­gesehen. Das öffentliche Haushaltsdefizit be­trägt 0,5% des Bruttoinlandsproduktes(BIP) und liegt damit unter dem Ziel von 0,65% für 2002. Die Vereinten Nationen jedoch stellen dagegen, dass in dem Land mit über 100 Millionen Men­schen 53% der Bevölkerung in Armut leben. Diese Anzahl ist mit der Öffnung der Wirt­schaft nicht gesunken, sondern stetig gestie­gen. Während makroökonomische Statistiken eine relativ positive Bilanz aufzeigen, befinden sich die sozioökonomischen Daten im Fall. Die offiziellen Arbeitslosenzahlen von niedrigen 2,5% sind zwischen 2002 und 2003 auf 3,4% ange­stiegen. Derartige Statistiken umfassen natürlich