8 des Gesetzes aus der nationalen öffentlichen Debatte zurück. Die Bundesregierung scheint seither bezüglich des Konfliktes in Chiapas konzeptlos. Die Militärposten sind nicht, wie angekündigt, komplett abgezogen worden, und bislang überließ die Bundesregierung der ersten pluralistischen Landesregierung von Chiapas die Suche nach einer friedlichen Lösung. Die Menschenrechte mexikanischer Staatsbürger indianischer Abstammung, so die Bilanz nationaler und internationaler Menschenrechtsorganisationen, werden in Chiapas und anderen benachteiligten Regionen noch immer mit Füßen getreten. Willkürliche Festnahmen und andere Menschenrechtsverletzungen werden insbesondere auf lokaler und Landesebene mit wenig Einsatz und Interesse verfolgt. Die bereits zehn Jahre dauernde und scheinbar nicht endende Mord- und Vergewaltigungsserie an Frauen in der Umgebung der Grenzstadt Ciudad Juárez ist nur eines der international bekanntesten Beispiele für das Problem von Gewalt und MenschenrechtsmissFES-Analyse: Mexiko achtung in Mexiko. Auch hier konkretisieren sich die Konsequenzen einer jahrzehntelangen administrativen und politischen Misswirtschaft. Der erklärte Wille der neuen Regierung, sich national und international für Menschenrechte einzusetzen, ist gleichwohl hervorzuheben. Die FoxRegierung machte sich dafür stark, nationales Recht dem internationalen durch Ratifizierung internationaler Konventionen anzugleichen. Es waren die Präsidenten Zedillo und Fox, die die Einführung des Internationalen Strafgerichtshofes befürworteten. Die innenpolitische Unterstützung des Projektes gestaltete sich schwieriger. Vor allem die PRI blockierte anfangs die Annahme des Statuts, da die Partei generell gegen jede Änderung der Verfassung ist. Die Ratifizierung durch den Senat konnte nur durch einen Kompromiss erfolgen. Die Änderung des entsprechenden Verfassungsartikels schafft allerdings wesentliche Einschränkungen für die Umsetzung der Jurisdiktion des Internationalen Strafgerichtshofes. Meinungs- und Pressefreiheit Im Bereich der Meinungsfreiheit sind die deutlichsten Veränderungen spürbar. Die Forderung nach Transparenz und dem allgemeinem Zugang zu öffentlichen Informationen nahm der Kongress im Juni 2003 in einem entsprechenden Bundesgesetz( Ley Federal de Transparencia y Acceso a la Información Pública Gubernamental) auf. Es stellt einen bedeutenden Beitrag zur Erfüllung fundamentaler Bürgerrechte dar. Auch die Öffnung der Archive zur Erforschung der repressiven Politik vergangener Regierungen(z.B. die im öffentlichen Gedächtnis immer noch präsente gewaltsame Niederschlagung der Studentendemostrationen während der Olympischen Spiele 1968) kann als positives Signal der Politik zur Förderung der Informations- und Meinungsfreiheit sowie als Beginn des Versuchs einer öffentlichen Diskussion über die Menschenrechtsverletzungen seitens des mexikanischen Staates verstanden werden. Trotz seiner traditionell liberalen Flüchtlings- und Asylpolitik für Opfer der südamerikanischen Militärdiktaturen, des Nazi-Regimes oder für Verfolgte der antikommunistischen Inquisitionspolitik des US-Senators Joseph McCarthy, sprach Mexiko seinen eigenen Bürgern nicht die gleichen Rechte zu, wie der„schmutzige Krieg“ der 60er und 70er Jahre beweist. Auch ohne diese Gesetzesinitiativen ist ein tiefgreifender Wandel im Presse- und Medienbereich sichtbar. Unabhängige private und ehemalige staatstragende Organe artikulieren seit drei Jahren
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