baki mit väterlichem Habitus ausfüllt, und damit in der gewollten oder ungewollten Komplizenschaft mit NonPerformern und Ganoven. Missachtung des Rechtsstaats Nicht nur im Zuge der AngloLeasing-Affäre, sondern auch im Zusammenhang mit dem illegalen Übergriff von Sicherheitskräften auf Redaktion, Druckerpresse und Radiosender der„Standard Group“ im Februar 2006 wurde deutlich, dass sich Teile der Regierung für unantastbar halten und dieser Haltung auch offen Ausdruck verleihen. So hat der Minister für innere Sicherheit zwar noch nicht die Gründe des Übergriffs dargelegt, die Wiederholung solcher Maßnahmen jedoch für den Fall angekündigt, das er dies für nötig halte. Der aktuelle Skandal um zwei zwielichtige, international gesuchte Geschäftsleute stellt einen weiteren Ausdruck des Gefühls von absoluter Macht und Unberührbarkeit zentraler politischer Akteure in Kenia dar. Die sog. armenischen Brüder wurden in aller Hast des Landes verwiesen, nachdem sie im internationalen Flughafen Nairobis zur Waffe gegriffen hatten, um ankommenden Geschäftspartnern die Zahlung von Zoll auf eingeführte Waren zu ersparen. Die beiden verfügten über verschiedene offizielle kenianische Dokumente, die sie u.a. als kenianische Staatsbürger und hohe Polizeioffiziere auswiesen, und mit denen sie Zutritt zu den Sicherheitsbereichen aller Flughäfen des Landes hatten. In ihrem Haus wurden Schusswaffen, Munition und zahlreiche Fahrzeuge sichergestellt, von denen einige Regierungskennzeichen trugen. Es gibt deutliche Anzeichen dafür, dass die Geschäfte der beiden nicht nur legaler Natur waren und dass Teile der staatlichen Verwaltung gezielt von hoher Stelle zur Duldung und sogar zur Unterstützung dieser Transaktionen angewiesen wurden. Es wird inzwischen auch glaubhaft behauptet, dass die Durchsuchung der Redaktionsräume der Standard Group der Sicherstellung von Beweisen für diese Machenschaften diente, bevor diese veröffentlicht werden konnten. Generell hält nicht nur aufgrund solcher Vorfälle mehr als die Hälfte der Kenianer Umfragen zufolge die gegenwärtige Regierung sogar für korrupter als ihre Vorgängerin. Für eine Führung, die ihr Amt mit dem Versprechen von Null-Toleranz gegenüber Korruption angetreten hat, ist dies ein vernichtendes Urteil. Machtgerangel Neben einem Mangel an inhaltlicher Orientierung und einer Verstrickung in dunkle Geschäfte prägt vor allem das alltägliche Punktespiel um die Macht das Handeln von Regierung und Opposition in Kenia. Die in der Verfassung des Landes verankerte Regelung, dass der Präsident sein Kabinett aus den Reihen der Parlamentsabgeordneten ernennt und die Tatsache, dass er diese Ernennungen i.d.R. unabhängig von institutionellen Arrangements zwischen den betroffenen Fraktionen vornimmt, sorgt für unklare politische Konturen. Hinzu kommt, dass knapp ein Drittel der Abgeordneten über die Ernennung zu Ministern oder stellvertretenen Ministern zur Exekutive gehört. Damit wird die Trennung von der Legislative zu einem großen Teil verwischt. Politische Parteien werden in Kenia fast ausschließlich als Vehikel zum Erwerb von Macht aufgefasst. 2
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Kenia auf dem Weg zurück zur Bananenrepublik? : Lektionen und Aussichten nach vier Jahren Kibaki-Regierung
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