Organisation sicherstellen. Anstatt ein Profil aufzubauen, welches über das eines Apparats zum Machterwerb für eine primär ethnisch geprägte Gruppe von politischen Führern hinausgeht, verlieren sich die Oppositionsparteien in den Flügelkämpfen ihrer jeweiligen Bewerber um das Präsidentenamt. Anstatt den Rest der Legislaturperiode für überzeugende Initiativen zu nutzen, übt sich die neue Regierungspartei NARC-Kenya im konsequenten Einsatz des Regierungsapparates im Wahlkampf und zur Gängelung der verbleibenden kritischen Institutionen. Da laut kenianischer Verfassung nur durch Parteien aufgestellte Personen zur Wahl antreten dürfen, wird die erste Entscheidung über die weitere Zukunft des Landes innerhalb der nominierenden Organisationen getroffen. Vor dem Hintergrund einer kaum ausgeprägten internen Demokratie, intransparenter Entscheidungsstrukturen und Finanzen sowie der Abwesenheit einer staatlichen Förderung wird die Kandidatennominierung von den Parteien häufig als einträgliches Geschäft missbraucht. Geld und Nähe zum herrschenden Führungsklüngel spielen dabei die Hauptrollen. Politikverdrossenheit Trotz dieses höchst unbefriedigenden Panoramas ist das endgültige Wählerverhalten beim kommenden Urnengang nur schwer vorher zu sagen. Es gilt als sicher, dass sich der anstehende Wahlkampf durch eine extrem intensive Auseinandersetzung an mehreren Fronten gleichzeitig auszeichnen wird. Angesichts der Charakteristiken der Parteienlandschaft und der Vielzahl relativ populärer Anwärter auf die Präsidentschaft ist mit einer Verengung der Auseinandersetzung auf nur zwei Lager, wenn überhaupt, erst in einem fortgeschrittenen Stadium des Wahlkampfes zu rechnen. Aufgrund der vorherrschenden Desillusionierung vieler Wähler mit den amtierenden Parlamentsabgeordneten und mit dem Nominierungsgebaren der etablierten politischen Lager, könnten die Kandidaten kleinerer und noch nicht im Misskredit geratener Parteien eine echte Chance bekommen. Allerdings bleibt unklar, inwieweit die Empfänglichkeit vieler Wähler für unmittelbare materielle Vorteile- seien sie real oder nur in Aussicht gestellt- und die Fähigkeit der bekannten politischen Schwergewichte zur euphorischen Stimmungsmache im Wahlkampf eine gegenläufige Wirkung erzielen werden Nicht zuletzt ist auch in Kenia Politikverdrossenheit zu verzeichnen. Selbst an den bahnbrechenden letzten Wahlen Ende 2002 beteiligten sich nur 57% der wahlberechtigten Bevölkerung. Die Entscheidung, zu wählen, wird für viele Bürger von einem Dilemma geprägt sein: dem Bedürfnis auf der einen Seite, den amtierenden Abgeordneten abzustrafen und der Einsicht auf der anderen, dass keine besseren Optionen zur Wahl stehen. 4. Schlussfolgerungen Enttäuschende Regierungsbilanz Im Zusammenhang mit der jüngeren politischen Entwicklung in Kenia ist häufig geäußert worden, dass die ursprünglichen Erwartungen in die Kibaki-Administration unrealistisch hoch waren. Es besteht auch kein Zweifel daran, dass die Gewährleis7
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Kenia auf dem Weg zurück zur Bananenrepublik? : Lektionen und Aussichten nach vier Jahren Kibaki-Regierung
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