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Die gesellschaftliche Akzeptanz von Rechtsextremismus und Gewalt : Ergebnisse einer Repräsentativbefragung ; Kurzfassung ; November 2000
Entstehung
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Die gesellschaftliche Akzeptanz von Rechtsextremismus und Gewalt Ergebnisse einer Repräsentativbefragung(November 2000) I. VORBEMERKUNGEN Galt das ThemaRechtsextremismus bis in die 80er Jahre hinein als ein Problem der ewig Gestrigen, so wurde es seit den gewalttätigen Ausschreitungen Jugendlicher gegen Ausländer/innen und Asylbewerber/innen in Rostock, Hoyerswerda, Solingen, Mölln und Lübeck zu Beginn der 90er Jahre zumJugendproblem. Resultierte die erste Rechtsextremismusdebatte Anfang der 90er Jahre aus diesen gewalt­tätigen Übergriffen auf Asylheime und Mordanschlägen gegen Ausländer, fand die zweite große Rechtsextremismusdebatte im Frühjahr 1998 statt als Folge der spektakulären Wahlergebnisse der rechtsextremen DVU bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt. Sie thematisierte den wachsenden Zulauf Jugendlicher zu rechtsextremen Parteien und die Etablierung einerrechtsextremen jugendlichen Alltagskultur, vor allem in den neuen Bundesländern. Die aktuelle dritte Welle der Debatten dieser Art wurde im wesentlichen initiiert durch den Mord an dem Mosambikaner Alberto Adriano in Dessau im Frühsommer des Jahres 2000 sowie durch den bis heute nicht geklärten Bombenanschlag an einer U-Bahn-Station in Düsseldorf und den Brandanschlag auf die Düsseldorfer Synagoge. In Politiker-Reden zu diesem Thema wird kaum ein Satz so unermüdlich wiederholt wie die von Wilhelm Heitmeyer in der Mitte der 90er Jahre entwickelte These, der Rechtsex­tremismus komme aus derMitte der Gesellschaft. Mit dieser These argumentierte Heitmeyer gegen eine Sichtweise des Problems, die Rechtsextremisten alsSonderfälle in einer ansonsten intakten Gesellschaft wahrnimmt. In der Mitte der Gesellschaft entstünden die Probleme, deren Auswirkungen sich am rechtsextremen Rand zeigten. Die Täter seien zwar durchgängig jung und männlich, rechtsextremes Gedankengut und die Akzeptanz von Gewalt in bestimmten Situationen bzw. gegen bestimmte Personen würden allerdings von einer schweigenden Mehrheit toleriert, die quer durch alle Gesellschaftsschichten und –gruppen zu finden seien. Die vorliegende Studie, durchgeführt im Auftrag der Friedrich-Ebert-Stiftung im Septem­ber/ Oktober 2000, hat diese und andere Thesen mit dem Instrument der repräsentativen Bevölkerungsbefragung in den alten und den neuen Bundesländern überprüft. Im genannten Zeitraum führte polis insgesamt 3.007 persönlich-mündliche Interviews bei der deutschsprachigen Wohnbevölkerung ab 14 Jahren durch. Um aussagekräftige Ergebnisse auch für die neuen Bundesländer sicherzustellen, wählten wir einen dispropor­tionalen Ansatz: Trotz eines Bevölkerungsanteils von nur etwa einem Fünftel an der Be­völkerung insgesamt, führten wir ein Drittel der Interviews in den neuen Bundesländern durch. www.fes-online-akademie.de Seite 2 von 18