gehrten und privilegierten Wohngebieten der Hauptstadt Seoul legten Appartements, vor allem auch von spekulativen Erwartungen getrieben, bis zu 30 Prozent zu. Deshalb führte die Regierung 2005 eine Sondersteuer für Luxuswohnungen und Eigentümer mehrerer Wohnungen, mit der sie die Spekulation erfolgreich eindämmen konnte, ein. Diese Steuer, die Steuerlast überhaupt, die ‚niedrigen’ Wachstumsraten und die hohe Arbeitslosigkeit(zuletzt 3,0 Prozent) gelten in der koreanischen Öffentlichkeit als die größte Schwäche der gegenwärtigen Regierung. Die Wahlkampfstrategie Lee Myung-baks konzentrierte sich auf diese wahrgenommenen, wenn auch weitgehend fiktiven Schwächen der Regierung. Auf seinem überall zu sehenden Werbeband stand(s. Photo) schlicht und einfach„Wirtschaft“ (links oben, groß und gelb) darunter„unbedingt wieder aufleben lassen“. Rechts oben nichts weniger als ł ÇÉê=~âíáî=Ü~åÇÉäåJ ÇÉ= táêíëÅÜ~Ñíëéê®ëáÇÉåí“, darunter in großen Lettern sein Name(davor eine Kandidatennummer). jÉÇáÉåáåëòÉåáÉêìåÖ== Korea hat drei große Tageszeitungen mit Millionenauflagen. Sie haben Eigentümer mit einer eigenen politischen Agenda. So wie sie von Anfang an gegen die MitteLinks-Regierung von Roh Moo-hyun agitierten und polemisierten, unterstützen sie nun Lee Myung-bak bzw. die rechtskonservative Hanaradang, in der noch heute die Netzwerke aus der Zeit der Diktaturen(zu denen sie selbst gehören) fortleben. Hatten diese Zeitungen vorher eine zentrale Rolle beim Aufbau der von fiktiven Wahrnehmungen von den Verhältnissen im Lande gespielt, so bildeten nun just diese Fiktionen die Basis des Wahlkampfes von Lee Myung-bak und wurden weiterhin von ihnen gepredigt. Eine vierte überregionale Zeitung, mit einer wesentlich kleineren Auflage und ohne ein landesweites Verteilernetz, und die Fernsehmedien konnten der Führerschaft dieser drei Zeitungen in der öffentlichen Meinungsbildung nur wenig anhaben. mÉêë ∏ åäáÅÜâÉáíëï~Üä= Dass es weniger um Politikinhalte als um Dinge wie Vertrauenswürdigkeit, Lauterkeit, Führungs- und Durchsetzungsfähigkeit der Kandidaten geht, kennt man ja auch aus anderen Ländern. Bei all den Ängsten um die wirtschaftliche Zukunft des Landes erschien der erfolgreiche Wirtschaftskapitän Lee Myung-bak als Heilsfigur, die das ganze, große Schiff an neue befreiende Ufer lenken würde. Diese Ufer wurden auch quantifiziert und in die„Vision 747“ gegossen – wenigstens 7 Prozent Wirtschaftswachstum im Jahr; in 10 Jahren ein Prokopfeinkommen von 40.000 Dollar(derzeit etwa 24.000 Dollar); in 10 Jahren die 7. größte Wirtschaft dieser Welt. Er wolle das Land in ein zweites í~âÉJçÑÑ der industriellen Entwicklung führen. Dass er mit solchen Visionen beim Wähler Erfolg haben konnte, hängt damit zusammen, dass er auf eine außerordentlich erfolgreiche Karriere bei der zum Hyundai Konzern gehörenden Baufirma eóìåÇ~á= `çåëíêìÅíáçå=~åÇ= båÖáåÉÉêáåÖ, deren Führung er 1978 mit gerade 37 Jahren übernommen hatte, zurückblicken kann. 1992 entschied er Politiker zu werden, kam auch ins Parlament. 1998 musste er sein Mandat wegen Verstoßes gegen das Wahlgesetz niederlegen, wurde aber zwei Jahre später von Präsident Kim Dae-Jung begnadigt. 2002 wurde er Bürgermeister der 10Millionenstadt Seoul. Wieder gab es Verstöße gegen das Wahlgesetz, doch sein Privatsekretär nahm alle Schuld auf sich. Er ließ eine, mitten durch das alte Seoul führende, hochgelegte Autobahn abreißen und den darunter liegenden zubetonierten Fluss renaturieren. Der zum Flanieren einladende Fluss wurde zur größten innerkoreanischen Attraktion. Ein ganz neues Gefühl von Urbanität entstand und auch die anliegenden Stadtteile erblühten zu neuem Leben. Auch sonst wurde Seoul unter seiner Führung eine immer lebens- und liebenswertere Stadt. Vor diesem Hintergrund wird verständlich, warum der medial verbreitete Spitzname _ìääÇçòÉê keine Aversionen weckt, sondern als Führungsstärke verstanden wird. Dazu 6
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Aufkeimende Hoffnungen : entschwinden der Koreafrage und Wirtschaftswunder in Nordkorea?
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