die Assoziation mit modernem städtischem Lebensgefühl, die wahrgenommene Ausweglosigkeit und das Heilsversprechen von 40.000 Dollar Prokopfeinkommen – das ist die Mischung, mit der man einen Wahlkampf gewinnt! kÉìÉ=jçê~ä\== Vor diesem Hintergrund überrascht es dann nicht mehr sehr, dass gute Kenner der hiesigen Verhältnisse schon mal sagten, dass die Wähler für sich längst Abstriche wegen der nicht so hundertprozentigen moralischen Integrität des Kandidaten gemacht hätten, und dass der eine oder andere zweifelhafte Tatbestand, der dann noch bekannt werden würde, seiner Popularität nicht schaden könnte. Das wird durch das Wahlergebnis wohl bestätigt. Doch dürften viele Wähler aus Protest gegen die zweifelhafte persönliche Integrität von Lee Myung-bak dieser Wahl fern geblieben sein. Überraschend ist es trotzdem, dass bei der letzten Präsidentenwahl ein sehr hoher moralisch-ethischer Anspruch an die Kandidaten entscheidend war. Ist dieser Rigorismus auf dem Weg von einem Moralismus ersetzt zu werden, der der von Falschparkern entspricht? Nicht die Legitimität von Regeln des Zusammenlebens wäre dann entscheidend, sondern Maxime„Man darf sich nur nicht erwischen lassen“. Wenn man das Wörtchen„lassen“ dann gar noch so versteht, dass die eigene Macht oder Freunde und Seilschaften so einsetzt, dass man überhaupt nicht mehr erwischt werden kann, dann drohen Recht und Gesetz ihre allgemeine Gültigkeit zu verlieren. Die verdächtig einäugige Untersuchung der BBK-Affaire wird von manchen durchaus auch als Anbiederungsversuch und die Hoffnung auf einen hohen Posten in der neuen Regierung gesehen. Andererseits mag das eine viel zu pessimistische Sichtweise sein. Die Bürger waren sehr wohl besorgt wegen all der Zwielichtigkeiten, sahen aber, so wie die Dinge lagen, unter den anderen Kandidaten keine Alternative zu Lee Myung-bak . Was ist zu erwarten? Wenn Lee Myung-bak, wie im Wahlgesetz vorgesehen, am 25. Februar 2008 das Präsidentenamt übernimmt, was könnten die Grundlinien seiner Politik sein? táêíëÅÜ~ÑíW= oÜÉáåJj~áåJaçå~ìJh~å~ä= îÉêëìë= jçÇÉêåáëáÉêìåÖ=kçêÇâçêÉ~ë= Eine Wirtschaft auf Wachstumskurs zu steuern, ist etwas anderes als ein Unternehmen zu führen. Lee Myung-bak weiß aus seiner Erfahrung als Bauunternehmer zu Genüge, wie wichtig staatliche Nachfrageprogramme sind. Er hatte sich ein besonderes Projekt öffentlicher Investitionen ausgedacht, das zudem direkt 300 oder gar 700 Tausend der versprochenen 3 Millionen Arbeitsplätze bringen soll: den Bau von schiffbaren Kanälen quer durch die koreanische Halbinsel. In Deutschland denkt man sofort an FranzJosef Strauss und seinen Rhein-MainDonau-Kanal, der Milliarden verschlang und doch zu schmal ist für moderne Lastschiffe, die auf Rhein und Schelde verkehren. In Korea kommt dazu, dass die Halbinsel fast nur aus Bergen besteht. Allein mit Schleusen ginge das gar nicht, deshalb sollen hunderte von Kilometern an Kanaltunnel durch die Berge gezogen werden. Zweifelhaft ist außerdem, ob überhaupt genügend Wasser für den Betrieb dieses Kanalsystems vorhanden wäre. Dazu ist Südkorea etwa so groß wie Bayern, so dass man bequemer die Küsten umschiffen kann, wo außerdem Hafenanlagen etc. bereits vorhanden sind, als mit reduzierter Geschwindigkeit und Wartezeiten an Schleusen diagonal durch die Halbinsel von Seoul nach Pusan, der Hafenstadt im Südosten, zu fahren. Der_ìääÇçòÉê präsentierte dieses Projekt als Teil seiner großen Vision für das Land und schenkte warnenden deutschen Stimmen kein Gehör. Inzwischen bietet sich ihm jedoch ein wesentlich vielversprechenderes Projekt an, nämlich Nordkorea mit Hilfe südkoreanischer Unternehmen auf einen Modernisierungspfad zu bringen, sozusagen im Norden die eigene frühere Entwicklungsdiktatur zu emulieren. Wenn nicht wieder, wie schon erwähnt, unerwartete Dinge in Washington und Pyongyang passieren, dann wird dieses Projekt die südkoreanische Wirtschaft für die nächsten Jahre in Atem halten. Lee Myung-bak hat auch schon seine Vision definiert: In 10 Jahren soll Nordkorea mit südkoreanischer Hilfe ein 7
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Aufkeimende Hoffnungen : entschwinden der Koreafrage und Wirtschaftswunder in Nordkorea?
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