Prokopfeinkommen von 3000 Dollar erreicht haben. Überhaupt fiel im Wahlkampf auf, dass Nordkorea diesmal, im starken Kontrast zu früheren Wahlen, so gut wie nicht thematisiert wurde, weil unter Wählern, Politikern und Wirtschaftsleuten, kaum jemand die Annäherungspolitik der jetzigen Regierung infrage stellt und sich allerseits große Hoffnungen mit der geänderten Politik Washingtons, der Umsetzung der 6er-Gespräche und den nun schon regelmäßigen bilateralen Treffen mit Nordkorea verbinden. In den letzten 50 Jahren war noch nie so viel Hoffnung wie jetzt. Plötzlich spielen Ideologien keine Rolle mehr. lêÖ~åáëáÉêíÉ=fåíÉêÉëëÉå== Viele Organisationen und Verbände haben vorab ihre Unterstützung Lee Myung-baks kundgetan. Es wäre nicht verwunderlich, wenn im Gegenzug schon gewisse Zusagen gemacht worden wären. Was aber macht der Präsident, wenn der Ärzteverband die Leistungen der Ärzte besser honoriert sehen möchte, damit aber die staatliche Krankenversicherung(es gibt keine privaten Krankenversicherungen, nur Zusatzversicherungen), die sowieso schon in finanziellen Nöten ist, belastet? Was macht er, wenn die Immobilienbesitzer von der Anti-Spekulationsteuer Roh MooHyuns befreit werden wollen, die Gründe für die Preistreiberei aber in spekulativen Erwartungen, im Herdentrieb der Anleger und in der physischen Unmöglichkeit, in den bevorzugten Wohngebieten noch mehr Wohnungen zu bauen, zu finden sind? Was macht ein Präsident, von dem gefordert wird, die Finanzmärkte weiter zu deregulieren, der aber in großem Umfang Mittel in die Entwicklung Nordkoreas kanalisieren, und schon jetzt damit rechnen muss, dass die ausländischen Kapitalfonds, denen qua Aktienbesitz die koreanischen Konzerne z.T. mehrheitlich gehören, der Expansion nach Norden keine Priorität geben werden? Was macht ein Präsident, wenn die mehrheitlich privaten Universitäten durchsetzen möchten, dass sie selbst die Auswahl der Stundenten vornehmen dürfen, ohne an die landesweiten Prüfungen gebunden zu sein, wenn sie eigentlich anstreben, wie das an den fîó= iÉ~ÖìÉ Universitäten in den USA üblich ist( a~åáÉä= dçäÇÉåI= qÜÉ= mêáÅÉ= çÑ=^ÇJ ãáëëáçåK=eçï=^ãÉêáÅ~Dë=oìäáåÖ=`ä~ëë=_ìóë=fíë= t~ó=áåíç=bäáíÉ=`çääÉÖÉë, OMMT), dass die Zulassung nicht vorrangig nach Leistung, sondern von der Spendierlaune der Eltern und davon, ob sie selbst Absolventen der jeweiligen Universität waren, abhängig ist? Wie macht er das, wenn er gleichzeitig verkündet, dass man durch Bildung vermeiden kann, dass die Armut von einer auf die nächste Generation vererbt wird? j~ÅÜíîÉêÜ®äíåáëëÉ= Solche Konflikte sind nicht leicht zu lösen. Sie werden sicherlich Führungsstärke erfordern. Sicherlich wird er mehr Unterstützung bei Medien, Wirtschaft und in der eigenen Verwaltung finden als sein Vorgänger. Dieser hatte die politischen Entscheidungsverfahren viel dezentraler und konsensualer gestaltet, als sie es früher waren, und damit die Macht, die der Präsident in Korea von der Verfassung her hat, geschwächt. Öffentlich wurde das dann häufig als Schwäche von Präsident Roh Moo-Hyun kritisiert. Mittlerweile hat Lee Myung-bak mehrfach ziemlich klar zum Ausdruck gebracht, dass er das Regieren neuerlich im Blue House zentralisieren und dem Kabinett eine schwächere Rolle zuteilen wird. Auch die Staatsanwaltschaft dürfte wieder stärker unter die Fittiche des Blue House genommen werden (schon aus Eigeninteresse). Freilich mag es, indem er die Zügel wieder stärker selbst in die Hand nimmt, einfacher werden, das geplante Wirtschaftswunder im Norden effektiv zu unterstützen. Wir haben es in Deutschland ja erlebt, wie schwierig es ist, in einem pluralistischen System eine große, systemische Herausforderung zu bewältigen. m~êíÉáÉå= Bei Hanaradang sind schon während des Wahlkampfes Brüche aufgetreten. Zunächst einmal gelang es Lee Myung-bak nicht, die bei der Kandidatenwahl unterlegene Park Geun-Hye für sich zu gewinnen. Sie widersetzte sich seinem Wahlkampf nicht offen, zeigte sich aber sehr zurückhaltend und sicherte ihre Position in der Partei ab. Lee Myung-bak hingegen war nie ein Parteimensch und hat dort wenige Anhänger. Er beansprucht auch Parteivorsitzender zu werden(die Ämterkopplung hat es bisher 8
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Aufkeimende Hoffnungen : entschwinden der Koreafrage und Wirtschaftswunder in Nordkorea?
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