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Eine Sternstunde des Bundestages : Gustav Heinemanns Rede am 23. Januar 1958
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33 konferenz im Sitzungssaal der SPD-Fraktion in Bonn wurde dieser Akt am 28. Mai der Öffentlichkeit bekannt gegeben und erläutert. 51 Gustav Heinemann in der SPD Unmittelbar nach dem 18. Mai erhielt Heinemann das Mit­gliedsbuch der SPD. Es war seit 1945 seine dritte Mitgliedschaft in einer Partei. 52 Seine beiden vorherigen Parteien, CDU und GVP, hatte Heinemann persönlich mit begründet, um einer neu­en Demokratie in Deutschland auf die Beine zu helfen. Nun hat­te er sich der ältesten und größten Partei der deutschen Demo­kratietradition angeschlossen; er war dort angekommen, wo sei­ne politischen Grundüberzeugungen zu Hause waren. Auf Heinemanns Weg zur Sozialdemokratie waren indes ver­schiedene Barrieren zu überwinden: einerseits die Verbindungen und Prägungen des bürgerlichen Milieus von Besitz und Bil­dung, in dem er verwurzelt blieb, andererseits die soziale und mentale Kultur der deutschen Sozialdemokratie, die noch ge­prägt war von ihrem antibürgerlichen Klassencharakter und von einer Distanz zum kirchlichen Christentum. In der Person Fritz Erlers aber hatte Heinemann einen ihm wesensverwandten Ge­sprächspartner gefunden, der zu den Reformern in der SPD ge­hörte, die nach der Bundestagswahl von 1957 neuen Aufwind bekommen hatten. 53 Sie wirkten in der Richtung, die auch Hei­nemann in seinem Aufsatz über den Weg der Sozialdemokratie 54 51 Dazu die Agentur-Berichte, ebd. S. 84 ff. 52 Blickt man auf Heinemanns gesamtes Leben, wären noch zu nennen die DDP, deren Jugendorganisation Heinemann in den Anfangsjahren der Wei­marer Republik angehört hatte, und derChristlich-Soziale Volksdienst, dessen Mitglied er am Ende dieser Republik gewesen ist. 53 Dazu noch immer: Kurt Klotzbach, Der Weg zur Staatspartei. Programma­tik, Politik und Organisation der deutschen Sozialdemokratie. 1945-1965, Berlin-Bonn 1982, S. 401-420; auch Susanne Miller, Die SPD vor und nach Godesberg, Bonn 1974. 54 Vgl. Anm. 42. Heinemann hatte die Perspektive einergroßen linken Volkspartei entworfen, besonders in den Abschnitten III und IV des Textes.