33 konferenz im Sitzungssaal der SPD-Fraktion in Bonn wurde dieser Akt am 28. Mai der Öffentlichkeit bekannt gegeben und erläutert. 51 Gustav Heinemann in der SPD Unmittelbar nach dem 18. Mai erhielt Heinemann das Mitgliedsbuch der SPD. Es war seit 1945 seine dritte Mitgliedschaft in einer Partei. 52 Seine beiden vorherigen Parteien, CDU und GVP, hatte Heinemann persönlich mit begründet, um einer neuen Demokratie in Deutschland auf die Beine zu helfen. Nun hatte er sich der ältesten und größten Partei der deutschen Demokratietradition angeschlossen; er war dort angekommen, wo seine politischen Grundüberzeugungen zu Hause waren. Auf Heinemanns Weg zur Sozialdemokratie waren indes verschiedene Barrieren zu überwinden: einerseits die Verbindungen und Prägungen des bürgerlichen Milieus von Besitz und Bildung, in dem er verwurzelt blieb, andererseits die soziale und mentale Kultur der deutschen Sozialdemokratie, die noch geprägt war von ihrem antibürgerlichen Klassencharakter und von einer Distanz zum kirchlichen Christentum. In der Person Fritz Erlers aber hatte Heinemann einen ihm wesensverwandten Gesprächspartner gefunden, der zu den Reformern in der SPD gehörte, die nach der Bundestagswahl von 1957 neuen Aufwind bekommen hatten. 53 Sie wirkten in der Richtung, die auch Heinemann in seinem Aufsatz über den Weg der Sozialdemokratie 54 51 Dazu die Agentur-Berichte, ebd. S. 84 ff. 52 Blickt man auf Heinemanns gesamtes Leben, wären noch zu nennen die DDP, deren Jugendorganisation Heinemann in den Anfangsjahren der Weimarer Republik angehört hatte, und der„Christlich-Soziale Volksdienst“, dessen Mitglied er am Ende dieser Republik gewesen ist. 53 Dazu noch immer: Kurt Klotzbach, Der Weg zur Staatspartei. Programmatik, Politik und Organisation der deutschen Sozialdemokratie. 1945-1965, Berlin-Bonn 1982, S. 401-420; auch Susanne Miller, Die SPD vor und nach Godesberg, Bonn 1974. 54 Vgl. Anm. 42. Heinemann hatte die Perspektive einer„großen linken Volkspartei“ entworfen, besonders in den Abschnitten III und IV des Textes.
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Eine Sternstunde des Bundestages : Gustav Heinemanns Rede am 23. Januar 1958
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