Sammelwerk 
Agrarpolitik und Ländlicher Raum in Mecklenburg-Vorpommern nach 1989
Entstehung
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28| 2. Agrarpolitik und Landwirtschaft sind zwei verschiedene Dinge Reformen der Marktordnung aufgrund der EU-Agrarstruktur ab 1993 bis 2000 Langsam begann sich die Landwirtschaft in Mecklenburg-Vorpommern in die neuen Ver­hältnisse einzufügen. Produzenten und Landei­gentümer hatten sich mit den neuen Bedingun­gen arrangiert oder aufgegeben. Trotz immer noch vorhandener zahlreicher Unklarheiten im Detail und verschiedener anhängiger Klagen waren die formaljuristischen Rahmenbedin­gungen 1993 einigermaßen überschaubar. Die Anpassung der Landesgesetze an die bundes­deutsche und europäische Gesetzgebung war zu großen Teilen abgeschlossen. In dieser schein­bar beruhigten Situation kam bereits eine neue Herausforderung auf die Landwirte zu. Im Dezember 1992 wurden in Edinburgh drei wichtige Beschlüsse durch den Rat der Europäischen Gemeinschaft beschlossen, die für die Landwirtschaft und den ländlichen Raum von großer Tragweite waren. Mit dem Europäischen Regionalfonds(EFRE) und dem Europäischen Sozialfonds(ESF) konnten besonders auch personalpolitische Fragen und Förderungen im ländlichen Raum abgedeckt werden. Von herausragender Wichtigkeit für die Landwirtschaft war aber der Europäische Aus­gleichs- und Garantiefonds für Landwirtschaft (EAGFL), der noch einmal in verschiedene Abteilungen gegliedert war. Allein daraus er­hielt Mecklenburg-Vorpommern 1,4 Milliarden DM. Die AbteilungAusrichtung war darin für diesonstigen Ausgaben mit der Zielrichtung auf die weniger gut entwickelten Regionen zuständig. Im Mittelpunkt stand die Verbesse­rung der ländlichen Infrastruktur, was nicht nur landwirtschaftliche Belange betraf, sondern auch touristische oder kulturelle Bereiche, sofern sie die wirtschaftliche Situation auf dem Lande verbessern konnte. Großer Wert wurde auf die Nachhaltigkeit dieser Maßnahmen zur Schaffung dauerhafter Arbeitsplätze gelegt. Das Kriterium einer weniger gut entwickelten Region traf auch im europäischen Vergleich für Mecklenburg-Vorpommern in besonderem Maße zu. Dabei spielten die hohe Arbeitslosen­quote im ländlichen Bereich und die Probleme als relativ dünn besiedeltes Flächenland eine entscheidende Rolle für die besonders her­ausgehobene Förderung des Bundeslandes im Nordosten Deutschlands. 30 http://www.dokumentation.landtag-mv.de/parldok DS 1/3679.