Sammelwerk 
Agrarpolitik und Ländlicher Raum in Mecklenburg-Vorpommern nach 1989
Entstehung
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42| 3. Europa regiert die Agrarwirtschaft Agenda 2000 und die Folgen So gingen die Landwirte mit unsicheren Zu­kunftserwartungen in die Jahrtausendwende und in das 21. Jahrhundert. Dass sich in der Subventionierung der Landwirtschaft mit den Mitteln der Europäischen Gemeinschaft drin­gend etwas ändern müsste, war allen Beteilig­ten klar. Die Osterweiterung der Europäischen Staatengemeinschaft gab dann den letzten Anstoß zu grundsätzlichen Reformen. Die bisher fließenden umfassenden Subventio­nen waren noch auf die Landwirtschaftspolitik der Europäischen Gemeinschaft der 1950er Jahre zurückzuführen. Um die Produktion zu steigern, wurden damals die Preise für die land­wirtschaftlichen Produkte von der EG garan­tiert. Nicht abgesetzte Erzeugnisse wurden von staatlichen Stellen aufgekauft. Die EG über­nahm eine Abnahmegarantie für alle landwirt­schaftlichen Produkte. Einfuhrabgaben glichen die Differenzen zu den Weltmarktpreisen aus. Für die Einführung landwirtschaftlicher Pro­dukte galt eine Obergrenze. Marktwirtschaft­liche Mechanismen waren damit außer Kraft gesetzt. Schon seit Mitte der 1980er Jahre führte das zur Überproduktion von Lebensmitteln. Die Überschüsse wurden dann stark subventioniert auf dem Weltmarkt verkauft, vernichtet oder eingelagert. Die Unsinnigkeit dieses Umgangs mit Lebensmitteln wurde angesichts des Hun­gers in der Dritten Welt auch zu einem politisch immer dringender werdenden Problem. Die Osterweiterung der Europäischen Gemein­schaft, durch die besonders landwirtschaftlich geprägte Staaten hinzukamen, machte die Notwendigkeit einer Reform schließlich un­übersehbar und unaufschiebbar, sollten die bisherigen Ausgleichs- und Fördermechanis­men nicht kollabieren. Wesentliche Bestandteile der im März 1999 beschlossenen Reformen waren dieErhöhun­gen der Ausgleichzahlungen für Ackerkultu­ren zur Abmilderung von Preissenkungen, die Festschreibung der obligaten Flächenstillle­gungen für den Zeitraum 2000 bis 2006, die Verschiebung der Reform der Milchmarktord­nung auf das Wirtschaftsjahr 2005/2006, die Erhöhung der Plafonds für prämienbegün­stigte Rinder sowie der Verzicht auf markt­stabilisierende Interventionsaufkäufe bei Getreide(ab dem Wirtschaftsjahr 2000/2001 und in zwei Schritten um 15%), Butter und Magermilchpulver(ab dem Wirtschaftsjahr