42| 3. Europa regiert die Agrarwirtschaft – Agenda 2000 und die Folgen So gingen die Landwirte mit unsicheren Zukunftserwartungen in die Jahrtausendwende und in das 21. Jahrhundert. Dass sich in der Subventionierung der Landwirtschaft mit den Mitteln der Europäischen Gemeinschaft dringend etwas ändern müsste, war allen Beteiligten klar. Die Osterweiterung der Europäischen Staatengemeinschaft gab dann den letzten Anstoß zu grundsätzlichen Reformen. Die bisher fließenden umfassenden Subventionen waren noch auf die Landwirtschaftspolitik der Europäischen Gemeinschaft der 1950er Jahre zurückzuführen. Um die Produktion zu steigern, wurden damals die Preise für die landwirtschaftlichen Produkte von der EG garantiert. Nicht abgesetzte Erzeugnisse wurden von staatlichen Stellen aufgekauft. Die EG übernahm eine Abnahmegarantie für alle landwirtschaftlichen Produkte. Einfuhrabgaben glichen die Differenzen zu den Weltmarktpreisen aus. Für die Einführung landwirtschaftlicher Produkte galt eine Obergrenze. Marktwirtschaftliche Mechanismen waren damit außer Kraft gesetzt. Schon seit Mitte der 1980er Jahre führte das zur Überproduktion von Lebensmitteln. Die Überschüsse wurden dann stark subventioniert auf dem Weltmarkt verkauft, vernichtet oder eingelagert. Die Unsinnigkeit dieses Umgangs mit Lebensmitteln wurde angesichts des Hungers in der Dritten Welt auch zu einem politisch immer dringender werdenden Problem. Die Osterweiterung der Europäischen Gemeinschaft, durch die besonders landwirtschaftlich geprägte Staaten hinzukamen, machte die Notwendigkeit einer Reform schließlich unübersehbar und unaufschiebbar, sollten die bisherigen Ausgleichs- und Fördermechanismen nicht kollabieren. Wesentliche Bestandteile der im März 1999 beschlossenen Reformen waren die„Erhöhungen der Ausgleichzahlungen für Ackerkulturen zur Abmilderung von Preissenkungen, die Festschreibung der obligaten Flächenstilllegungen für den Zeitraum 2000 bis 2006, die Verschiebung der Reform der Milchmarktordnung auf das Wirtschaftsjahr 2005/2006, die Erhöhung der Plafonds für prämienbegünstigte Rinder sowie der Verzicht auf marktstabilisierende Interventionsaufkäufe bei Getreide(ab dem Wirtschaftsjahr 2000/2001 und in zwei Schritten um 15%), Butter und Magermilchpulver(ab dem Wirtschaftsjahr
Sammelwerk
Agrarpolitik und Ländlicher Raum in Mecklenburg-Vorpommern nach 1989
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