Sammelwerk 
Agrarpolitik und Ländlicher Raum in Mecklenburg-Vorpommern nach 1989
Entstehung
Einzelbild herunterladen
 

120| ANHANG sein scheint, auch gemacht wird: Wo Hunger bekämpft werden muss, wo es um großen Profit geht, wo imperiale Ansprüche bestehen, und wo solche Ideologien die Staaten beherrschen, wel­che die Allmacht des Menschen verkünden. Wir sind aber nicht die Herren sondern nur ein Glied der Natur unseres kleinen Planeten, der unsere einzige Heimat ist. Und wir tun gut daran, die Gleichgewichte und Ausgleichsmechanismen in der Natur zu erforschen, um sie nicht zu überfordern, sondern uns darin einzubetten und unser Tun danach auszurichten. Das heißt für mich zugleich, dass es für Wissenschaftler keine Tugend ist unpolitisch zu sein. Stellungnahmen zu Fragen der Entwick­lung des Ländlichen Raums in MV –––––––––––––––––––––––––––––– Dr. Lutz Laschewski, Sozialwissenschaftler, Neustrelitz Seit 1993 habe ich als Sozialwissenschaftler die agrarstrukturelle Entwicklung und den drama­tischen Wandel in den neuen Bundesländern wissenschaftlich begleitet. Diese Arbeit wurde in etwa 60 wissenschaftlichen Beiträgen in deut­scher und englischer Sprache dokumentiert. Neben eher analytischen Beiträgen wurden ex­plizit in Mecklenburg-Vorpommern zahlreiche angewandte Fragestellungen untersucht, z.B. - Bürgerschaftliches Engagement und Sozial­kapital in ländlichen Gemeinden, - Wissensmanagement zur nachhaltigen Land­nutzung, - Alternative Vermarktungsformen landwirt­schaftlicher Produkte, - Risikomanagement in landwirtschaftlichen Betrieben, - Landwirtschaftliche Berufsausbildung, - Nutzung von Informations- und Kommu­nikationstechnik(IKT) und E-Learning in ländlichen Regionen. In diesem Zusammenhang bestand eine direkt Zusammenarbeit mit dem Landwirtschaftsmi­nisterium in Schwerin zum einen im Rahmen der StudieDas soziale und aktive Dorf(2006) und im Rahmen einer SWOT-Analyse für das Entwicklungsprogramm ländliche Räume Mecklenburg-Vorpommern(EPLR) Entwick­lungsprogramm ebenfalls in 2006. Bei aller Kritik und angesichts der Größe der ökonomischen und soziale Probleme, die mit dem Vereinigungsprozess verbunden waren, muss man fest halten, dass der friedliche Über­gang von einer sozialistischen in eine bürger­lich-demokratische Gesellschaft in den neuen Bundesländern ausgesprochen erfolgreich gelungen ist. Das gilt insbesondere für den Aufbau funktionierender staatlicher Strukturen, die Erhaltung des sozialen Friedens und eine wachsende wirtschaftliche Prosperität für große Teile der Bevölkerung. Trotz aller Divergenzen, Interessenkonflikte und sozialen Verwerfungen sowie der durch die modernen Informations­technologien und die Globalisierung bedingten, zusätzlichen gesellschaftlichen Dynamik ist es gelungen, die Probleme in zivilen, weitgehend konstruktiven und demokratischen Entschei­dungsprozessen zu diskutieren und zu einem großen Teil auch erfolgreich zu bewältigen. Das Bundesland Mecklenburg-Vorpommern und seine Institutionen werden von der großen Mehrheit der Bürger des Landes getragen und unterstützt. Davon war Anfang der 1990er Jahre (erinnert sei z.B. an Ereignisse in Lichtenhagen