4. Gemeinsame Agrarpolitik und Ankunft in Europa – GAP-Reform 2003 | 49 zungen von bis zu einem Viertel der Prämien geahndet werden. –––––––––––––––––––––––––––––– Hannelore Monegel, Diplom-Lehrerin, Teterow Ein wesentlicher Schritt auf dem Weg der Umsetzung der Agenda 2000 der Europäischen Gemeinschaft war die Entkoppelung der Prämienzahlung von der Produktion in der Landwirtschaft, die von dem SPD-geführten Landwirtschaftsministerium von Beginn an positiv begleitet wurde. Die Gestaltung und Erhaltung der Kulturlandschaft oder die nachhaltige Nutzung natürlicher Ressourcen wurde zur förderfähigen Prämisse erhoben und ersetzte die ausschließliche Förderung agrarischer Produktion. Damit wurde der Blick auf den Agrarsektor erheblich erweitert. 2002 konkretisierte die Europäische Kommission die Veränderungen in der mit der Agenda 2000 begonnenen Landwirtschaftspolitik. Der Paradigmenwechsel von Produktförderung zur Unterstützung der Produzenten(Entkoppelung der Ausgleichzahlungen von der Produktion) als Kernelement hatte sich nach umfassenden Diskussionen und Modifizierungen durchsetzen können. Für die bisherigen Direktzahlungen traten die betriebsgebundenen entkoppelten Beihilfen in Kraft. Die Leistungen der Landwirte für die Pflege und den Erhalt der Kulturlandschaft rückte damit in den Mittelpunkt der Förderpolitik. An Stelle von Zahlungen für eine produzierte Menge sollten die Landwirte im Gegenzug höhere Auflagen im Bereich der Umweltziele einhalten. Tier-, Umwelt- und die Lebensmittelsicherheit traten als Kriterien für die Zahlungen in den Vordergrund(„Cross Compliance“). Der Landwirt sollte sich unter Beibehaltung seiner Rolle bei der Erzeugung von Nahrungsmitteln und Rohstoffen zum Landschaftspfleger wandeln. Verstöße gegen diese Auflagen sollten mit KürAls Abgeordnete des Landtages MV von 19982006 war ich Mitglied des Landwirtschaftsausschusses und Sprecherin der SPD- Fraktion für Forst ,Fischerei und Jagd. Außerdem leite ich seit 1999 den Landschaftspflegeverband Krakow am See, Mecklenburger Schweiz. Auf Landesebene bin ich eine von 4 SprecherInnen der Landschaftspflegeverbände. Seit Januar 2011 bin ich wieder in der Landespolitik aktiv als Sprecherin der SPD-Landtagsfraktion für Fischerei-, Verbraucher- und Tierschutzpolitik. Sehr gut gelungen ist die Organisation der Forstwirtschaft im Rahmen der Forstanstalt in Malchin. MV hat ein sehr gutes Jagdgesetz, welches den Wildschadensausgleich regelt. Hege und Pflege der Tier- und Pflanzenwelt sind ausgewogen geregelt. Die Landschaftspflegeverbände konnten durch ihre Tätigkeit eine sanfte Erschließung der Natur für Einheimische und Besucher unterstützen. Sehr gut gelungen ist auch der Ausbau der Infrastruktur durch Verzahnung von Landwirtschaft und Tourismus, Die Tierhaltung in MV hat sich in Qualität und Quantität nicht gleichmäßig gut entwickelt. Zu geringer Tierbestand insgesamt steht den zu großen Anlagen gegenüber. Die damit verbundene Abfallentsorgung ist für das Umfeld und die Humusqualität der Böden nicht gut verträglich. Ich wünsche mir eine wirtschaftliche Entwick-
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Agrarpolitik und Ländlicher Raum in Mecklenburg-Vorpommern nach 1989
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