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Integrations- und Antidiskriminierungspolitik in Einwanderungsgesellschaften : zwischen Ideal und Wirklichkeit der Demokratie
Entstehung
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mittlung von Qualifikationen und Kompetenzen, die für die Bewältigung des Zusammenlebens in einer von ihrem Anspruch her demokratischen(Einwanderungs-) Gesellschaft für Einheimische und Zugewanderte erforderlich sind. Maßgebend ist hier­für die Wechselbeziehung, die zwischen Politischer Bildung und Interkulturellem Lernen einerseits und Demokratie andererseits besteht. Ebenso wie ‚Demokratie nämlich einen Rahmen und ein Leitbild für Lernprozesse(auch in der Einwanderungsgesellschaft) dar­stellt, erfordert die Demokratie diese Lernprozesse. 175 Bei den vielfältigen und komplexen Aufgaben, die sich demokratisch orientierten politi­schen, sozialem und interkulturellem Lernen in der Einwanderungsgesellschaft stellen, geht es einerseits um die Wahrnehmung~ääÖÉãÉáåÉê pädagogischer Aufgaben, zum anderen um die Lösung einer ëéÉòáÑáëÅÜÉå Aufgabe, nämlich darum, mit pädagogischen Mitteln zur Bewältigung der besonderen Herausforderungen, Probleme und Konflikte beizutragen, die mit der Existenz und Entwicklung multikultureller Einwanderungsgesell­schaften verbunden sind. Über die dafür erforderlichen Dispositionen und Kompetenzen verfügen die Individuen in der Regel nicht von selbst; vielmehr müssen sie im Rahmen von Sozialisationsprozessen erst angeeignet werden. Dazu können und sollten Politische Bildung und Interkulturelles Lernen als Bestandteil intentionaler, institutionalisierter und organisierter Lehr- und Lernprozesse im schulischen und außerschulischen Bereich einen wesentlichen Beitrag leisten. Dabei geht es um die Bewältigung insbesondere der fol­genden Aufgaben: sÉêãáííäìåÖ= éçäáíáëÅÜÉê= rêíÉáäëÄáäÇìåÖ= ìåÇ= e~åÇäìåÖëÑ®ÜáÖâÉáí: Politische Bildung ist grundsätzlich auf das Individuum in seiner Bürger-Rolle gerichtet. In dieser Hinsicht geht es nicht in erster Linie um ein individuelles Nutzenkalkül, sondern um die ‚Bildung, d.h. um die Entwicklung von ‚Bürgersinn, ‚Gemeinsinn und ‚Gemeingeist. Dies erfordert wiederum Autonomie, d.h. die Fähigkeit, selbständig und kompetent Verantwortung zu übernehmen, und Mündigkeit: Mündig ist der Mensch, wenn er zu eigenem Denken gelangt ist, wenn er von Vorurteilen und Verblendungen frei, Distanz zur eigenen Zeit gewonnen und wenn er gelernt hat, Vorgefundenes kritisch zu reflektieren und zu beurteilen, um auf dieser Basis zu entscheiden, die jeweiligen gesellschaftlich-politischen Verhältnisse zu akzeptieren oder zum Zwecke ihrer Veränderung zu intervenieren. Politische Bildung ist in ihren Zielen individuumorientiert und in der Organisation ihrer Lernprozesse horizontal strukturiert.(Massing 1999, S. 186) In diesem Sinne kann Politische Bildung als Beitrag zur Entwicklung vonSelbst- und Umwelterkenntnis(Schmiederer 1977) und individueller und kollektiver Handlungs­kompetenz verstanden werden. eáäÑÉ= òìê= jáÖê~íáçåëÄÉï®äíáÖìåÖ: Migrationsprozesse gehen mit vielfältigen An- und Herausforderungen sowohl für die daran direkt und indirekt Beteiligten, also für die Migranten und Migrantinnen wie auch für die Bevölkerungen in den jeweiligen Einwan­derungsgesellschaften einher. Zur Bewältigung dieser Herausforderungen kann und soll Politische Bildung einen wesentlichen Beitrag leisten, wobei dies in unterschiedlicher Weise erfolgen und sich auf Vergangenheits-, Gegenwarts- und Zukunftsbezüge und sowohl auf die Herkunfts- als auch die Einwanderungsgesellschaften beziehen kann.= Hilfen zur Migrationsbewältigung können zum einen im Rahmen der Arbeit mit=jáÖê~åJ íáååÉå=ìåÇ=jáÖê~åíÉå erfolgen. Maßgebend können dabei der Gesichtspunkt derAuf­175 Zum engen und wechselseitigen Zusammenhang von Demokratie und Politischer Bildung vgl. Sander 1996, S. 32. Zum interkulturellem Lernen vgl. u.a. Apitzsch 1995; Auernheimer 1995; Nieke 2000. 82